Es war Donnerstagabend, der letzte Abend in meiner Heimat. Das letzte Mal schlafen im vertrauten Bett. Es fühlte sich bedrückend an, das gewohnte Umfeld morgen zu verlassen. Gleichzeitig regte sich ganz viel Aufregung und Mut in mir. Am Tag der Abreise mussten die letzten Vorbereitungen getroffen werden. Dazu gehörte der Corona-Test, das Heraussuchen einer neueZugverbindung, weil mein ursprünglicher Zug nach Frankfurt am Main ausgefallen ist, und die Verabschiedungen. Keine Überraschung – der Abschied war für mich sehr schwierig. Ich konnte mich nur sehr schwer von meiner Familie und meinen engen Freunde verabschieden, es waren Emotionen damit verbunden, die ich noch nicht kannte.

Sogar der Aufenthalt in Frankfurt am Main war ein kleiner Kulturschock für mich. Als ich ankam, war auf dem Bahnhof eine unglaubliche Polizeipräsenz. Auf dem Weg zum Hotel fielen mir viele verschiedene E-Roller am Straßenrand auf. Außerdem gab es jede Menge Dönerläden. Es waren sehr viele Menschen auf der Straße, auf der Suche nach Party. Irgendwie erschreckend, wenn man an Corona denkt..

Der Flug sowie die Reise zur Gastfamilie war sehr angenehm. Es lief alles nach Plan. In Tralee lernte ich meine temporäre Gastfamilie für die nächsten 2 Wochen kennen. Am Abend kam mein Gastbruder, ein italienischer Austauschschüler, dazu. Trotz Corona Test musste ich in Quarantäne. Aber durch die wundervolle und offene Gastfamilie wird die Zeit für mich sehr angenehm. Meine Gastmutter arbeitet als „Special needs worker“ in der Schule und unterstützt die Lehrer*innen in der Schule. Sie kann wunderbar kochen und hat unglaublich viel Wissen über ihre Heimatregion. Mein Gastbruder ist 12 Jahre alt, spielt unglaublich gerne PlayStation und ist in einem Soccer Verein.  Sein Interesse ist der Grund dafür, dass die Familie einen Pooltisch besitzt. Deshalb spielen wir oft Pool. Erschrocken habe ich mich, als er mir erzählte, dass er Capital Bra mag. Ich persönlich habe gehofft, dass ich Deutsch Rap in Deutschland lassen kann.  Außerdem hat die Familie 4 Hunde, alle außer einer, leben draußen. Mein anderer Gastbruder aus Italien ist genau wie ich 18 Jahre alt. Er kommt aus der Region Sardinia. Er spricht noch nicht so gut Englisch, ist aber dafür ein freundlicher, hilfsbereiter und guter Gastbruder für mich. Er wird die gesamten 10 Monate mit mir verbringen. Ich finde es sehr toll, jemanden zu haben, der die selben Erfahrungen wie ich macht. Meinen Gastvater kenne ich noch nicht. Er arbeitet bei der Polizei und ist deshalb oft in Dublin. Zuletzt stelle ich meine 16 jährige Gastschwester vor. Sie hat eine wundervolle Stimme, die sie jedes Mal zeigt, wenn sie singt. Außerdem rudert sie und hat ein Auslandsjahr in Düsseldorf erlebt. Deshalb ist sie eine große Unterstützung für mich.

Trotz Quarantäne dürfen wir das Gelände verlassen. Allerdings nur dorthin, wo nicht viele Menschen sind. So haben wir die Möglichkeit erhalten, Ross Castle und Torc Waterfall zu sehen. In den nächsten 2 Wochen soll mehr von der Natur folgen, so die Gastmutter. ☘️🌿 Die Aussicht, die Natur in Irland kennenzulernen, ist wundervoll. Ich bin sehr dankbar, so eine tolle Familie zu haben. Ich möchte fast gar nicht mehr die Familie nach der Quarantäne wechseln.

Bis Bald

Jonny


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