„May the blessing of Christmas be with you. May the Christ Child light your way. May God’s holy angels guide you. And keep you safe each day.“

(Irish Christmas Blessing)

Dieses Jahr habe ich Weihnachten zum ersten Mal ohne meine Familie und somit auf eine andere Art und Weise verbracht.

Genau wie in Deutschland haben wir hier in Irland auch die Weihnachtsvorzeit gefeiert. Schon frühzeitig war alles geschmückt. Und auch in der Schule haben wir schon Ende November angefangen die Türen und Räume zu dekorieren. In der ersten Dezemberwoche haben wir dann einen „Christmas Cake“ gebacken, der eine Art Schokoladen-Keks-Kuchen war. An dieser Stelle muss ich mal erwähnen, dass ich ganz schön stolz auf mein Meisterwerk bin. 😛

 

Nicht nur meine Schule wurde dekoriert sondern auch die Stadt in der sich meine Schule befindet (Moville). Unendlich lange, wunderschöne Lichterketten zierten die ganzen Straßen und Bäume. Außerdem wurde ein schöner großer Weihnachtsbaum in Moville aufgestellt.

Auch das Haus meiner Gasteltern wurde frühzeitig geschmückt. Meine Gastmutter hat sowohl im Garten als auch im gesamten Haus unterschiedlichste Weihnachtsdeko aufgestellt. Es war von A-Z alles dabei. Viele Weihnachts- und Schneemänner, Kränze, Kerzen, Kugeln ect. Richtig weihnachtlich, so wie ich es von Zuhause in Deutschland kenne.

Der Weihnachtstag an sich war dann allerdings ganz ganz anders. Der erste große Unterschied war, dass in Irland Weihnachten nicht am 24. Dezember gefeiert wird sondern am 25. Dezember.

Weihnachten mit einer anderen Familie zu feiern, war anfangs ein komisches Gefühl und gleichzeitig ein sehr aufregendes. Denn schließlich konnte ich so neue Traditionen und Bräuche kennenlernen und nochmal viel Zeit mit allen Familienmitgliedern verbringen.

Der Tag begann damit, dass wir morgens um 8:30 Uhr zum Meer gefahren sind und mit der ganzen Familie in dem kalten Atlantik baden gegangen sind. Dies ist eine irländische Weihnachtstradition die schon seit Jahren in meiner Gastfamilie kursiert und auch jedes Jahr durchgezogen wird. Ganz egal wie kalt es ist. Und es war verdammt kalt! 😀

Als ich wieder aus dem Wasser gestiegen bin, konnte ich meine Füße kaum noch spüren, sie haben sich angefühlt als wären sie taub. Wir haben alle so sehr gefroren, waren dafür dann aber auch hellwach. Es hat einfach super viel Spaß gemacht und war richtig lustig! 🙂

Danach sind wir wieder nach Hause, haben uns aufgewärmt und direkt mit der Bescherung gestartet. Ich habe von meinen Gasteltern einen Pullover von einem lokalen Laden und Verein bekommen, einen Untersetzer mit irischen Slang-Wörtern und einen Schal in Irland-Farben. Von meinen Eltern aus Deutschland gab es auch ein schönes Weihnachtspaket, in dem sich Geschenke für mich und meine Gastfamilie befanden. Natürlich hat meine Gastfamilie auch von mir persönlich ein Weihnachtsgeschenk bekommen.

 

Nach der Bescherung gab es endlich Essen. Mein Hunger war nach dem Eisbad riesig. Haha. Als erstes gab es die Spezialität „Vol eu vent“, eine Art Blätterteigkuchen mit einer Hähnchen-Paprika Füllung. Neben dieser selbstgemachten Spezialität gab es noch eine große Auswahl an Essen, eine Art kleines Buffet. Das war unser „erstes großes Essen“.

Im Anschluss an das erste Essen haben wir uns alle zusammen in die Stube gesetzt und viel geredet, gelacht, gesungen und ein wenig Fernseher geschaut.

Nach ein paar Stunden haben wir uns dann wieder im Esszimmer versammelt und die zweite große Mahlzeit eingenommen. Wieder gab es eine Auswahl aus verschiedenen Speisen, genau so wie ich es aus Deutschland kenne.

Danach haben wir uns erneut in der Stube versammelt, versucht das viele gute Essen zu verdauen und dabei weiter geplaudert. Ich habe dann nebenbei auch mit den Enkelkindern meiner Gasteltern gespielt. Die Enkelkinder sind noch sehr klein und ungefähr im Kindergarten-Alter. Wir haben gemalt und gepuzzelt. 🙂

Am späten Abend sind dann alle Familienmitglieder, die nicht mit uns im Haus leben, wieder nach Hause gefahren.

Es war ein richtiger toller Weihnachtstag! 🙂

Und eine Woche später folgte schon Silvester also New Year 2021. Für gewöhnlich verbringe ich Silvester in Deutschland auch mit meiner ganzen Familie. Wir gehen essen oder kochen etwas Besonderes fürs Abendbrot. Anschließend spielen wir Kartenspiele und warten darauf um 0 Uhr anstoßen zu können, um dann Raketen anzuzünden.

Natürlich ist dieses Jahr, aufgrund der aktuellen Corona-Situation, alles anders. Auch hier in Irland sind viele Dinge dieses Jahr anders. Und so auch Silvester.

Der Jahreswechsel von 2020 auf 2021 war für mich dieses mal sehr unspektakulär. Quasi ein Tag wie jeder andere: Mein Gastvater musste abends arbeiten, meine Gastmutter ging frühzeitig ins Bett und meine Gastschwester und ich haben uns dann um 0 Uhr nur kurz „Happy New Year“ gewünscht. Das wars. Aber das war natürlich nicht weiter schlimm. Dafür bin ich ja hier, um auch andere Familien-Traditionen kennenzulernen.

Die etwas anderen Feiertage haben mir sehr gut gefallen und viel Spaß gemacht. Ich habe es genossen, viel Zeit mit meiner Gastfamilie und Verwandten zu verbringen. Am coolsten fand ich das Baden im eiskalten Wasser am Morgen. 🙂

Ich hoffe ihr hattet alle ein besinnliches Fest und wünsche euch ein frohes neues Jahr! 🙂


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