Schüleraustausch, ODI, Open Door International e.V., Frankreich, Auslandserfahrung, Alltag, Stipendium, GastfamilieUm euch noch einen besseren Einblick in meinen Alltag zu verschaffen, schreibe ich diesen Blogbeitrag über das Leben in meiner französischen Gastfamilie. Dazu werde ich die Kommentar- und Abhandlungsform benutzen, die bestimmt jeder aus der Schule kennt.

…Nun sind schon über fünf Monate vergangen, seit ich in meiner französischen Gastfamilie angekommen bin. Somit hatte ich viel Zeit, mich in der neuen Umgebung zurechtzufinden, meine Gastfamilie kennenzulernen und mich der ungewohnten Kultur weitestgehend anzupassen. Die größte Umstellung für mich in diesem Jahr war zweifellos das Einleben in die neue Familie.

Doch inwieweit unterscheidet sich meine französische Gastfamilie von meiner Familie in Deutschland?

Um diese Unterschiede bestmöglich analysieren zu können, wird ein erster Teil die französische Kultur bezüglich auf die Familie und ein zweiter Teil das Leben in meiner französischen Familie aufzeigen.

Jede bestehende Kultur beinhaltet gewisse Werte und Traditionen, die diese Kultur definieren. Unter Traditionen versteht man beibehaltene Bräuche aus der Geschichte und/oder Religion, die mit den Überzeugungen des Einzelnen übereinstimmen.

 

Die französische Kultur

Bezüglich der Traditionen in Frankreich lässt sich sagen, dass das Land zwar überwiegend katholisch geprägt, der Staat jedoch ausdrücklich laizistisch, das ist nicht-konfessionell, begründet ist. Somit beeinflusst die Religion oder der Glaube relativ wenig das private und noch weniger das öffentliche Leben (wie die Medien, die Bildung und die Politik). Für meine Gastfamilie heißt das direkt, dass nur meine Gastmutter protestantisch ist und unregelmäßig sonntags in die Kirche geht. Ansonsten spielt der Glaube eine kleine Rolle, wird ab und zu am Essenstisch diskutiert. In Deutschland jedoch geht meine Familie mindestens jeden Sonntag in die Kirche und die Beziehung zu Gott ist dort keine Gelegenheitsbeschäftigung, sondern bestimmt jede einzelne Sekunde eines jeden Tages.

Eine weitere auf keinen Fall zu unterschätzende Tradition ist die Esskultur. Es gibt außer dem Frühstück keine Mahlzeit, zu der keine Vorspeise oder kein Dessert angeboten wird. Den Franzosen ist es sehr wichtig, gemeinsam gut zu essen. Und es schmeckt hier auch wundervoll! Es stimmt absolut, dass das Essen in Frankreich überdurchschnittlich gut und als sehr wichtig angesehen wird. Meine Gastmutter verbringt sehr viel Zeit in der Küche und auch mein Gastvater versteht es, leckere Gerichte zuzubereiten. Auf keinen Fall dürfen die Kochkünste meiner richtigen Mutter unterschätzt werden! Aber das Essen hier in Frankreich ist nun mal eine andere Liga.

Doch das Funktionieren einer Familie hängt natürlich nur teilweise von den Traditionen und der Kultur ab. Sehr wichtig ist die Art des Miteinanderumgehens.

 

Das Leben in meiner Gastfamilie

Die Familie hat einen ziemlich hohen Stellenwert hier in Frankreich. Fast die gesamte Großfamilie meiner Gastfamilie lebt hier in dieser Gegend, somit werden Feste wie Weihnachten und Geburtstage häufig im großen Kreis gefeiert. Es wird sich auch einfach so zwischendurch getroffen und man unterstützt sich gegenseitig. Solch eine Familienkonstellation kann es in Deutschland bestimmt auch geben, aber meine Familie lebt sehr verstreut und die Distanzen sind deutlich größer.

Was die Anzahl an Kindern betrifft, befindet sich meine französische Gastfamilie mit zwei Töchtern deutlich näher am Durchschnitt als meine deutsche Familie, da ich vier Geschwister habe. Meine beiden Gastschwestern verstehen sich sehr gut und reden untereinander über alles Mögliche. Sie haben mir aber anvertraut, dass dies nicht immer so war. Mein Gastvater ist die unumstößliche Autorität hier in der Familie, er hat in jeder Angelegenheit das letzte Wort, besitzt eine starke Meinung und erwartet von seinen Töchtern fleißige Arbeit und Erfolg in der Schule. Er liebt seine Kinder, das ist offensichtlich, gibt ihnen Schüleraustausch, ODI, Open Door International e.V., Frankreich, Auslandserfahrung, Alltag, Stipendium, Gastfamilieaber nicht sehr viele Freiheiten und ist relativ streng. Seine Frau verdient genauso das Familiengeld wie er, hat aber ein sanfteres Gemüt und ist großzügiger. Trotzdem ist der Leistungsdruck, der hier auf die Jugendlichen ausgeübt wird, deutlich höher, als in meiner Familie in Deutschland, in der auch viele andere Angelegenheiten freier gehandhabt werden. Ich denke, das liegt zum Teil an der großen Kinderzahl und dem Wohnort in der Großstadt. Aber die französische Kultur ist deutlich strenger geprägt als die deutsche.

 

Wertvolle Erfahrungen dank kultureller Unterschiede

Für mich waren diese Kulturunterschiede viel größer als erwartet, weshalb ich anfangs ein paar Schwierigkeiten mit dem Eingewöhnen hatte, die zu manchen Spannungen führten. Doch mittlerweile kann ich die dadurch ermöglichten Erfahrungen würdigen und dankbar sein.

Und nun, da ich die französische Kultur besser kennenlernen durfte, würde ich liebend gerne weiter die Welt mit all ihren Unterschieden erkunden.

Schüleraustausch, ODI, Open Door International e.V., Frankreich, Auslandserfahrung, Alltag, Stipendium, GastfamilieMeine Freundin und Sitznachbarin, die meine Langeweile im Unterricht ertragen muss XD

 


7 Kommentare

Hanne M. · 18. Februar 2016 um 18:06

Eine super Frisur, gefällt mir. 🙂

    Norina Welteke

    Norina Welteke · 18. Februar 2016 um 22:32

    Danke 🙂

Theresa · 18. Februar 2016 um 18:07

Hallo 🙂 Hast du auch schon ein tolles Kochrezept ausprobiert?

    Norina Welteke

    Norina Welteke · 18. Februar 2016 um 22:36

    Ich habe gerade heute von meinen Freundinnen ein französisches Rezept beigebracht bekommen und ansonsten genieße ich jede einzelne Mahlzeit. Ich werde aber auf jeden Fall noch auf Rezeptjagd gehen, bin nur bis jetzt zu faul dazu gewesen. 😉

Theresa · 19. Februar 2016 um 10:15

Welches Rezept hast du denn von deiner Freundin gelernt?

    Norina Welteke

    Norina Welteke · 19. Februar 2016 um 13:36

    Das nennt sich Poulet basquaise. Hühnchen gegart in Gemüse mit gebratenen Kartoffelraspeln. Ist echt lecker!

Birgit Bednarzik · 22. Februar 2016 um 14:50

Hallo Norina, das Rezept klingt sehr lecker. Ich melde mich als Testerin deiner Kochkünste an:-)

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