Salut Salut ! 🙂

Wieder ein Monat rum! Das bedeutet nicht nur, dass ich jetzt nur noch knapp 4 Monate vor mir habe, sonder auch, dass es wieder Zeit, für ein neuen Blogeintrag ist!
Dieses Mal will ich ein wenig von meiner Gastfamilie und meinen Freunden erzählen.

Wie sieht Deine Gastfamilie aus bzw. aus wie vielen Personen setzt sie sich zusammen?

Meine Gastfamilie besteht aus meiner Gastmutter die Delphine heißt und 35 Jahre alt ist, meinem Gastvater, der Jean-Sébastien heißt (aber alle nennen ihn nur Jean-Sé) und 37 Jahre alt ist, meinem einen Gastbruder namens Bastian, der 9 ist, meinem zweiten Gastbruder der Tristan heißt und 7 ist, einer Katze, einem Hasen und einer kleinen Schildkröte. Ein paar Mäuse, die auf dem Dachboden wohnen und mich manchmal Nachts vom schlafen abhalten, gehören quasi auch mit zur Tier-Sippe 😀

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Meine Gastmutter und ich beim Schlittschuhlaufen.

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Die Katze ist uns quasi zugelaufen und heißt Minette (das heißt sowas wie Mitzi).

Was sind typische Aktivitäten, die Du mit Deiner Gastfamilie unternimmst?

Schüleraustausch, ODI, Open Door International e.V., Auslandserfahrung, Stipendium, Stipendiatin, Freunde, Gastfamilie, Schule im Ausland, Europa, FrankreichIch glaube auf diese Frage gibt es nur eine Antwort und die lautet: Basketball.
Ob es nun das mehrmalige wöchentliche Basketballtraining der beiden Jungs ist; die Spiele jedes Wochenende oder die großen Basketballspiele der LNB Charleville-Etoiles. Die großen Basketballspiele sind immer so mein Highlight, weil ich da einfach unglaublich gerne hingehe. Es ist immer wieder ein Erlebnis:
Einerseits, weil ich während des Spiels auf einem Computer die Werbung steuere, die während des Spiels auf den Bannern am Spielfeldrand erscheinen (das ist gar nicht so einfach und es gibt auch einen richtigen Plan, damit ich weiß, wann ich welche Werbung schalten muss) und andererseits, weil ich nach dem Spiel ins VIP Zelt zu meiner Gastmutter gehe und dort dann den Abend verbringe. Irgendwann kommen die Spieler dann auch dazu und es gibt immer leckeres Essen – naschen inklusive !

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Einer von zwei Lieblingsspielern von mir (ein Spieler aus Island).

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Ein Basketballspiel einer Frauenmannaschaft (nicht die Charleville-Etoile).

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Mein zweiter Lieblingsspieler, von dem ich auch schon ein Autogramm habe (er kommt aus den USA).

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Ich und das Maskottchen Starball (mein Gastvater).

Welche Unterschiede im Familienleben hast Du kennen gelernt?

Also erstmal ist schon ein Unterschied, dass ich hier zwei kleine Gastbrüder habe. Die können Krach und Chaos machen, wie eine ganze Horde! Ich habe sie schon sehr ins Herz geschlossen, es ist aber dennoch immer wieder erstaunlich für mich, wie laut und ungestüm sie manchmal sein können. Außerdem haben sie Riesen spaß daran, mir auf den Keks zu gehen :D.
So ein Familienleben mit jungen Kindern ist natürlich permanent turbulent und aufregend, was ich so in der Art, wie ich es hier habe, nicht gewöhnt bin.
Da mein Gastvater oft in der Nacht arbeitet und tagsüber dann schläft, sind wir also auch viel „allein“ zu Hause.
Von meiner Familie in Deutschland bin ich es gewohnt und kenn es auch nicht anders, dass jeder im Haushalt mit anpackt. Das heißt zum Beispiel den Tisch decken, bei den Essensvorbereitungen helfen und dann anschließend gemeinsam essen. Hier macht eher meine Gastmutter alles im Haushalt, wobei ich ihr oft in der Küche helfe – beim Spülmaschine ausräumen und beim Tisch decken (und auch beim wieder Abräumen) zum Beispiel. Ich frage sie auch regelmäßig, ob ich ihr denn nicht auch bei etwas anderem behilflich sein könnte, aber das will sie irgendwie nicht. Frühstück und Mittag isst auch eigentlich jeder für sich. Am Wochenende, essen wir neben dem Abendbrot (dass wir eigentlich die ganze Woche gemeinsam essen) auch das Mittagessen zusammen. Im Großen und Ganzen spielt sich das Leben viel im Haus ab oder halt in der Basketballhalle, während ich in Berlin auch viel außerhalb gemacht habe mit meiner Familie und wir auch viel mit unserem Hund draußen sind.
Manchmal kann die Situation sehr angespannt sein in meiner Gastfamilie, wenn die Kinder wieder mal nicht hören und am durchdrehen sind. Das mag ich dann nicht so gerne, da ich mittlerweile sehr Harmonie-bedürftig geworden bin 😀

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Ein Ausflug nach Belgien.

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Leider hatten weder wir, noch die Belgier wirklich Schnee im Winter….

War es schwierig Freunde in der neuen Heimat zu finden? Hast Du Tipps für zukünftige Weltenbummler?

Also ich fand es sehr schwer Freunde zu finden. Am Anfang war ich in einer Klasse, wo ich einfach nur das Gefühl hatte, völlig überflüssig zu sein. Ich hab mich auch sehr schlecht integriert gefühlt. Dann habe ich die Klasse gewechselt in eine, mit einem naturwissenschaftlichen Schwerpunkt. Da hab ich dann eigentlich durch Zufall zwei Mädchen kennengelernt, die mir von Anfang an sympathisch waren. Ich wurde nämlich neben sie gesetzt und sie waren gleich sehr aufgeschlossen und hilfsbereit. Ich finde, die Franzosen sind sehr zurückhaltend und verschlossen, deshalb ist es vielleicht schwer, am Anfang Freunde zu finden. Es gibt sehr wenige, die sich für dich interessieren und etwas über dich wissen wollen, oder auf dich zugehen (das kommt dann aber mit der Zeit).
Du musst selbst mutig sein und den Schritt machen. Das ist natürlich nicht immer so einfach, gerade wenn man noch dazu die Sprache nicht so gut kann.
Was vielleicht im Nachhinein gesehen ein wenig blöd gewesen ist, ist, dass ich quasi zu einer schon bestehende Freundschaft von zwei Mädchen dazugekommen bin. So bin ich jetzt halt die dritte im Bunde und wie wahrscheinlich jeder weiß, ist „drei“ manchmal eine sehr ungünstige Zahl. Auch wenn Camille und Cendrine meine Freundinnen geworden sind, gibt es doch manchmal Situationen, wo ich mich ein wenig überflüssig fühle und eher so daneben stehe. Mittlerweile sind die anderen Mädchen meiner Klasse aber offener und zugänglicher geworden und ich verstehe mich mit mehreren von ihnen auch sehr gut. Ich  habe jetzt auch noch eine Freundin gefunden. Mit ihr verstehe ich mich wirklich am besten und sie ist super nett. Jetzt muss ich nicht mehr die ganze Zeit Camille und Cendrine hinterher rennen (also nicht falsch verstehen, wir sind sehr gut befreundet, aber die beiden sind manchmal ein wenig eigen und auch ein wenig verrückt ), sondern es kommt ein wenig Abwechslung rein. Als Tipp kann ich eigentlich nur geben, nicht traurig zu sein, wenn man am Anfang nicht gleich jemanden findet. Man sollte geduldig bleiben, denn irgendwann kristallisiert sich schon jemand heraus, mit dem man sich gut versteht und der sich auch für einen selbst interessiert.

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Einmal waren wir Cartfahren, das war mega cool!

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Links meine Freundin Cendrine (unsere gemeinsame Freundin ist Camille, die aber leider krank war und ich nicht konnte), in der Mitte ist meine neue Freundin, die Diane heißt und rechts bin ich zu sehen.

Was hast Du von Deiner Gastfamilie oder auch Deinen Freunden im Gastland gelernt?

Ich denke ich habe unglaublich viel über den Umgang und Interaktion mit anderen Menschen gelernt. Man beobachtet sehr aufmerksam seine Umgebung und sein Umfeld und kriegt viel mit. Außerdem muss man viel aus sich herauskommen, an seine Grenzen gehen und seinen Mut zusammen nehmen, um eine Lösung für sein Problem zu finden oder um einfach das zu erreichen, was man möchte. Ich bin viel offener geworden und bin mutiger, anzusprechen, was ich gerne möchte. Durch meine Gastbrüder bin ich unglaublich gelassen geworden und lasse mich nicht mehr so leicht aus der Ruhe bringen. Außerdem habe ich viel über mich selbst gelernt und mich reflektiert, da man ja jeden Tag sieht, wie andere Menschen leben, wie sie die Dinge angehen, was sie für Strategien und Verhaltensweisen haben und so etwas anders kenngelernt. Jeden Tag lerne ich eigentlich irgendetwas dazu. Ich denke, dass es das ist es, was dieses Auslandsjahr so unglaublich wertvoll macht. Was das größte „Geschenk“ von diesem Auslandsjahr an mich bisher ist, ist, dass ich jetzt alles was ich in meinem Leben habe, unglaublich wertschätzen kann. Von Freunden über Familie bis zu materiellen Dingen. Ich weiß die Dinge jetzt zu schätzen.

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Hier haben wir bei einem Wettkampf gewonnen, der vergleichbar mit „Jugend trainiert für Olympia“ (wir sind Meister unseres Departments geworden) und durften so eine Stufe weiter, zum nächsten Wettkampf fahren.

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Ich beim Blocken ^^

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Welchen Gruß möchtet Ihr gerne an Eure Familie und Eure Freunde zuhause richten?

An meine Freunde möchte ich gern richten, dass sie unbezahlbar sind und ich sie jetzt wirklich richtig zu schätzen gelernt habe. Es gibt keine besseren Freunde und ich bin unglaublich dankbar euch zu haben!
Auch an meine Familie möchte ich ein großes Danke senden. Ich habe in der Zeit, in der ich schon hier bin gelernt, dass es auf die kleinen Dinge im Leben ankommt. Ich denke meine Beziehung zu meiner Familie ist noch enger und inniger geworden seit ich hier bin. Dafür bin ich enorm dankbar!

Ich würde nichts ändern wollen bei mir zu Hause, denn alles ist schon perfekt so wie es ist.
Danke für all die Unterstützung und die vielen offenen Ohren, die mir immer zur Seite stehen, wenn ich sie brauche. Ohne euch und euren Rat und Zuspruch, wäre ich schon so manches mal gegen eine Mauer gelaufen und hätte nicht gewusst, wie ich weitermachen soll. Ihr seit immer für mich da, egal ob ich glücklich oder traurig bin.

Ich hoffe, ihr habt einen kleinen Einblick erhalten über die Menschen, die mich jeden Tag umgeben. Ich bin jetzt schon 5 1/2 Monate hier und habe das Gefühl, so viel gelernt zu haben, wie in meinem ganzen vorherigen Leben nicht. Für die Erfahrungen, die ich schon machen konnte, bin ich unglaublich dankbar. Auch wenn sie vielleicht nicht immer schön waren, haben sie mich nicht gestoppt, sonder ermutigt, weiterzugehen. In vielen Situationen war ich überrascht und vielleicht auch einwenig erschrocken über mich selbst,  wie ich in Situationen reagiere oder wie ich mit manchen Dingen umgehe. Ich hatte vorher in manchen Dingen ein anders Bild von mir in meinem Kopf.
Alles in allem bin ich bereit für das, was noch kommen mag und freue mich auf alles, was mir Spaß und Freude bereiten wird. Dennoch freue ich mich aber auch schon riesig, wieder nach Hause zu kommen 🙂

Damit sage ich AU REVOIR und bis zum nächsten Eintrag

eure Rieke 🙂


2 Kommentare

Bea Wallenfang · 6. März 2017 um 15:42

Liebe Friederike,
wie spannend, dass Du in das VIP-Zelt hineinschauen kannst. Das ist bestimmt toll!
Viele Grüße 🙂

Jana Droste · 9. März 2017 um 16:01

Liebe Friederike,

toll, dass Du Dich nicht hast entmutigen lassen, auch wenn es am Anfang schwer war, Freunde zu finden. Auf andere zu zugehen erfordert Mut und es ist toll, dass Du Dich das getraut hast! Es hat sich ausgezahlt. 🙂

Hab weiterhin eine tolle Zeit!

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