Sich in Irland für ein „nationales“ Lieblingslied zu entscheiden ist wirklich nicht einfach. Die Iren lieben Musik und sind dafür auch weltweit berühmt.

Irische Musik mit Tradition

Da wäre einmal die traditionelle Irische Musik (auch Irish Folk), gespielt auf traditionellen Instrumenten wie der Harfe, dem Akkordion, der Tin whistle (Flöte) oder Bodhrán (eine Art Trommel). Dabei kann es sich um traditionelle irische Tanzmusik handeln (für die Tänze ist Irland mit Sicherheit auch beinahe so berühmt wie für die Musik), es kann sich aber auch um unbegleitete, gesungene Melodien, auch als Sean-nos-Gesang bezeichnet, drehen. Auch sehr berühmt im Bereich der traditionellen irischen Musik sind die Balladen: Viele haben schon einmal etwas von „Down by the Sally Gardens“ oder „Foggy Dew“ gehört.

Mitsingen angesagt!

Noch berühmter sind aber wahrscheinlich die typisch irischen „Pop-Songs“. „Whisky in the Jar“, „Wild Rover“ und „Molly Malone“ kennt hier in Irland wirklich jeder, den ich bis jetzt hier hier getroffen habe. Und wie ich schnell gelernt habe, ist es hier auf Feiern eher peinlicher nicht den Mund zu öffnen als einfach aus voller Kehle mit zu singen. Besonders auf langen Klassenfahrten im Bus kann es sehr, sehr laut werden (aber die Stimmung steigt auch im gleichen Verhältnis wie zum Lärmpegel 🙂 ).

Irland und seine erfolgreichen Eurovision Song Contest-Kandidaten

Aber auch im Gebiet der (mehr oder weniger) aktuellen Musik sind die Iren sehr gut vertreten und was auch noch erwähnt werden sollte: Irland hat bis jetzt die meisten Eurovision Song Contest-Siege für sich verbuchen können.

Mein persönlicher Favorit? Schwere Entscheidung!

Es ist daher bestimmt gut nachvollziehbar, warum ich es mir letztendlich ziemlich schwer fiel, mich für einen Song zu entscheiden bei all der Auswahl:

Mein irisches Lieblingslied ist der berühmte traditionelle Klassiker „An irish blessing“ oder auch „May the road rise to meet you“.

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Bestimmt kennen viele den Text, aber trotzdem habe ich die Lyrics hier noch mal aufgeschrieben:

May the road rise to meet you,
May the wind be ever at your back,
May  the sun shine warm upon your face,
And the rain fall soft upon your fields,
And until we meet again,
May god hold you,
Ever in the palm of his hand.

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Die deutsche Version:

Möge die Straße uns zusammen führen,
Und der Wind in deinem Rücken sein,
Sanft falle Regen auf Deine Felder,
Und warm auf dein Gesicht der Sonnenschein,
Und bis wir uns wieder sehen,
Halte Gott dich fest in seiner Hand.

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Dieses Lied (von dem es unheimlich viele verschiedene Interpretationen gibt) ist einfach ganz typisch irisch und hat mich auf meinem Auslandsjahr in Irland in gewisser Weise begleitet. Der Liedtext war auf einer Karte, die mir meine Freundin zum Abschied kurz vor meinem Flug noch in die Hand gedrückt hat. Später habe ich mir dann auch noch zwei verschiedene Versionen heruntergeladen und immer mal wieder angehört auf langen Busfahrten, Joggen, Aufräumen, was auch immer. Jetzt lerne ich das Lied (dieses Mal die ziemlich bekannte Version von James E. Moore) auch noch offiziell im Schulchor für zwei Wettbewerbe im Mai.

Was mir an dem Lied so gut gefällt ist in erster Hinsicht der Text (auch wenn die Melodien mit unter auch wirklich wunderschön sind). Mal davon abgesehen, dass der Text an sich schon sehr schön ist, passt er einfach wunderbar, wenn man für zehn Monate das alte Zuhause verlässt, um auf eine lange Reise in ein fremdes Land zu gehen, (auch wenn mir hier in Irland mit Sicherheit mehr Regen sanft auf die Felder fällt, als die Sonne mir warm ins Gesicht scheint 🙂 ) Das Lied muntert mich auch jetzt immer noch erfolgreich auf, wenn mir meine Freunde/Leben/Familie in Deutschland fehlen.

Schulchor, Irish-Dancing und Ukulele-Unterricht

Ganz allgemein habe ich festgestellt, das Musik unheimlich gut hilft, wenn ich einfach mal einen schlechten Tag habe (es muss auch nicht immer traditionell sein 🙂 ). Davon abgesehen bin ich auch wirklich froh, am Anfang des Jahres dem Schulchor beigetreten zu sein, da wir immer mal wieder sehr schöne Projekte haben. Neulich vor Ostern hatten wir noch eine richtig große Aufführung (100 Jahre „Easter Rising“) in der Kathedrale der Stadt, mit Lichtshow und Feuerwerk, (und für die Chorsänger: Tayto-crisps und Schokolade Kistenweise 🙂 ). Außerdem habe ich auch noch zusätzlich Gesangsunterricht (und bald Prüfungen 🙁 ), gehe immer noch zum Irish-dancing und bekomme seit zwei Monaten auch noch Amateur-Ukulele-Unterricht von einer meiner Mitschülerinen.

Auch der Dublin-Trip von Musik geprägt

Open Door International e.V., ODI, Schüleraustausch, Ausland, Irland, Stipendium, Kultur, Lieblinglied, Gastfamilie, MusikDie beste „Erfahrung“ mit irischer Musik habe ich allerdings auf einem Interstudies-Trip nach Dublin gemacht. Am letzten gemeinsamen Abend haben wir alle zusammen in einem Restaurant mit Live Irish Music und Live Irish dancing gegessen. Die Band wusste sehr genau, wie man mit Musik eine gute Stimmung aufkommen lässt… Das Essen war sehr gut… aber niemand hat letztendlich wirklich gegessen. Der ganze Saal hat gesungen und im Takt (oder auch nicht) mit geklatscht.

Irland ist so musikalisch, da muss man sich  irgendwie anpassen… 🙂


3 Kommentare

Hanna · 19. April 2016 um 14:45

Wie genau sieht denn der Gesangsunterricht aus? Ist das Einzelunterricht? 🙂

Carla · 19. April 2016 um 16:02

Hey Anne, das Lied finde ich auch total schön und einfach „tragend“. Jetzt habe ich für den Rest des Tages einen hübschen Ohrwurm. 🙂

Anne Frerich

Anne Frerich · 4. Mai 2016 um 17:20

Ich hatte ein ähnliches „Problem“ als ich diesen Blogeintrag verfasst habe 🙂

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