„Sich zuhause fühlen“ – Was bedeutet das eigentlich? Schwierig. An dieser Stelle könnte ich jetzt anfangen einen schnulzigen Text über ein Ort zu schreiben, wo jeder sein kann was er will und so weiter und so fort. (Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass das nicht mein erster Versuch war.) Stattdessen sehen wir der Tatsache ins Auge: Dein Zuhause ist nur dein zuhause, weil sich schon jeder an deine komischen Gewohnheiten gewöhnt hat und diese aufgehört hat wahrzunehmen. Und du dich an die der anderen. Ein Ort, wo du genau weißt, von welchem Essen du zumindest nicht ALLES aufessen solltest (es im Endeffekt dann natürlich trotzdem machst), auch mal ne Stunde aufm Klo verbringen kannst ohne schräg angeguckt zu werden (außer vielleicht ärgerlich von dennen, die auch aufs klo müssen) und wo du nicht wahrnehmen würdest, dass er seit drei Jahren nach einem verfaulten Hamster unter den Dielen mufft, weil du dich schon so sehr daran gewöhnt hast.

Diese Regeln werden natürlich völlig über den Haufen geworfen, wenn du aufeinmal ein ganz anderen Ort als dein Zuhause akzeptieren musst, mit Menschen, die du zum ersten Mal in deinem Leben siehst und einem Geruch, den du sehr wohl noch wahrnimmst. Allerdings, jetzt nach einem halben Jahr schleiche ich mich auch hier in die Küche, um Essen zu schnabulieren, laufe schief singend und tanzend durchs Haus oder genehmige mir die Radiergummis und Stifte meiner Gastschwester.

Diese Bilder sind die Dinge, die für mich mittlerweile Gewohnheit und für mich wie mein Zuhause geworden sind:

Und wenn ich trotzdem mal Heimweh nach Berlin habe, hilft deutsche Musik, deutsches Essen oder ein deutsches Buch doch sehr weiter.


1 Kommentar

Bea Wallenfang · 24. Januar 2017 um 11:53

Liebe Leonie,

ich bin ganz neidisch auf die Terrasse eures Hauses. Das sieht wahnsinnig schön aus – was für eine tolle Umgebung!

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