Jetzt neigt sich mein Auslandsjahr dem Ende zu, und ich kann endlich meine Erfahrungen mit euch teilen. Was ging in mir vor, während (und bald auch nach) meinem Auslandsaufenthalt. Ich fand es schon damals super cool auf Messen, im Bekanntenkreis oder über YouTube Erfahrungsberichte von ehemaligen Austauschschüler:innen zu hören. Und jetzt bin ich an der Reihe, euch davon zu erzählen. 🙂

Vielleicht kann ich mit dem heutigen Post dem einen oder anderen von euch Ängste nehmen und wertvolle Tipps mit auf dem Weg geben.

 

Let’s go:

Vorbereitung

Als erstes ist es natürlich wichtig, dass man sich über das Gastland für welches man sich entschieden hat intensiv informiert. Am besten informiert man sich dann auch eingehend mit der Region, in der man plaziert wird. So startet ihr nicht ganz unvorbereitet in euer Abenteuer und kennt die ein oder andere Ecke eurer neuen Heimat schon von Google Bildern, Streetview, Instagram-Accounts oder YouTube-Videos von anderen Austauschschüler:innen.

Dass heißt nicht, dass du die ganze Gegend auswendig kennen sollst, oder über alle Feiertage und Traditionen bescheid wissen musst. Es heißt lediglich, dass du einen ersten Eindruck hast, grob Bescheid weißt und dir selbst die Angst vor dem Ungewissen nimmst.
Es ist zum Beispiel wichtig zu wissen welche Währung es in deinem Gastland gibt, welche EC oder Kreditkarte du eventuell benötigst, ob du einen Adapter für die Steckdosen brauchst oder ob es einen ganz bestimmten Kosmetikartikel (Cremes oder Kontaktlinsen) dort zu kaufen gibt.

Gastgeschenk

Gastgeschenke sind eine wichtige Sache. Sie sind nicht nur für den ersten Eindruck gut sondern zeigen eurer Gastfamilie eure Dankbarkeit, dafür dass sie euch für so lange Zeit in ihrem eigenen Zuhause willkommen heißen.

Ihr müsst gar keine riesen großen oder teuren Geschenke machen. Es geht darum, dass ihr euch Gedanken gemacht habt. Zeigt eurer zukünftigen Gastfamilie etwas aus eurer Heimat und was dich und dein Leben geprägt hat.

Kofferpacken

Wenn es dann endlich soweit ist, und du deine Koffer für deine große Reise packen kannst dann musst du natürlich auf einiges achten. Am besten machst du dir vorab eine Liste mit allen Dingen, die du auf gar keinen Fall vergessen möchtest. So kannst du diese während des oft langen Pack-Prozesses ergänzen und abarbeiten, und gegebenenfalls noch die letzten Besorgungen tätigen.

Natürlich sollte auch bedacht werden, ob man mit einem großen Koffer reist oder vielleicht direkt mit zwei mittelgroßen Koffern. Es sollte alles was nötig ist gepackt werden aber auch nicht zu viel. Schließlich ist man 10 Monate lang auf einer Reise, während der sich viele neue Dinge ansammeln. Ganz egal ob Andenken, neue Klamotten oder Elektronikgeräte. Dieser zusätzliche Platz sollte vorab kalkuliert werden, damit man am Ende keinen zweiten, neuen Koffer organisieren und kaufen muss. Falls du aber am Ende doch einen weiteren Koffer benötigst lohnt es sich hierführ in Secondhand Shops zuschauen, so spart ihr euch für den einmaligen Transport viele Kosten. Im Zuge dessen müsst ihr euch auch vorab informieren wieviel ein weiteres Gepäckstück bei Airline kostet und wo ihr es anmelden könnt.

Und da ihr euch ja eh schon über euer Gastland und die Region in der ihr wohnen werdet informiert habt, wisst ihr an dieser Stelle auch schon über das Wetter bescheid. Braucht ihr eher Sommer  oder Winterkleidung? Oder muss doch nochmal eine neue Regenjacke her? All das muss bedacht werden. 🙂

Flug

Für den Flug druckt ihr euch am besten alle Unterlagen aus und nehmt sie in einem Schnellhefter gebunden mit. So habt ihr alle wichtigen Unterlagen immer parat und zur Hand.

Damit der Flug nicht all zu langweilig wird könnt ihr euch ein Buch in den Rucksack packen oder Filme auf dem Handy runter laden. Und vergesst eure Kopfhöre und die Powerbank nicht. 🙂

Je nachdem wo eure Reise hingeht müsst ihr unbedingt an euren Reisepass + Visum oder Personalausweis denken.

Freund:innen finden

Es ist sehr wichtig direkt am Anfang bzw. frühzeitig Freund:innen zu finden, weil du den Großteil deines Auslandsjahres mit ihnen verbringen wirst. Aber wie geht das eigentlich?

Selbstverständlich kann man nicht alle Menschen direkt als „Freund:innen“ bezeichnen, aber alle tolle und liebe Bekannt:innen mit denen man gerne Zeit verbringt. Durch gleichaltrige habt ihr die Möglichkeit eure Sprachkenntnisse noch viel besser und schneller auszuweiten. Außerdem sind sie oft sehr hilfsbereit und offen. So könnt ihr beispielsweise die Stadt gemeinsam unsicher machen oder die Hausaufgaben zusammen erledigen.

Ganz wichtig ist, dass ihr nicht darauf wartet das jemand auf euch zu geht. Die Schüler:innen haben alle bereits ihre engen vertrauten Freunde. Das spricht aber nicht dagegen, dass sie dich nicht als neuen Freund oder Freundin wollen. Du musst ihnen aber zeigen, dass du bereit bist mit ihnen eine Freundschaft aufzubauen und sie kennenlernen möchtest.

Du kannst beispielsweise während der Schulzeit fragen was nach der Schule „ansteht“ und ob du die Schüler:innen begleiten kannst, oder ob sie dir mal das Einkaufszentrum zeigen. Ihr dürft nicht schüchtern sein und euch auch nicht davon demotivieren lassen wenn der ein oder die andere vielleicht mal keine Zeit hat. Denkt immer daran, in Deutschland wäre es auch nicht anders. Wichtig ist einfach, dass ihr selbst immer die Initiative ergreift und euch proaktiv bemüht neue Kontakte zu knüpfen.

 

 

Heimweh

Für das Thema „Heimweh“ gibt es keinen allgemeinen Ratgeber. Es gibt lediglich gutbewährte Tipps die man ausprobieren kann. Und Gedanken wie: „wie wäre das wohl jetzt in Deutschland, wenn ich zuhause wäre“ sind ganz normal.

Mir hat es beispielweise geholfen einfach nicht daran zu denken. Klingt komisch? Damit meine ich, dass du gerade in solchen Situationen noch mehr den Kontakt zu den Menschen Vorort suchen solltest. Dadurch wirst du abgelenkt und deine Gastfamile bekommt nicht den Eindruck, dass es dir dort nicht gefällt. Es ist auch vollkommen ok darüber zu reden, dass du Heimweh hast. Deine Gastfamilie und Freund:innen werden sich bemühen dir dabei zu helfen und dir die Zeit in deinem Gastland noch schöner zu machen. 🙂

Oft ist das Telefonat nach Hause dann genau das falsche, meist verschlimmert es das Heimweh. Denk immer daran, die Zeit im Ausland ist begrenzt und geht schneller vorbei als ihr denkt. Auch wenn sich das in manchen Situationen nicht so anfühlt, könnt ihr auf die Erfahrung von vielen Returnies vertrauen.

Vielleicht gibt es ja auch noch die ein oder andere Ecke in eurer Stadt die ihr noch nicht erkundet habt, dann schnappt ihr euch ein Fahrad und fahrt einfach los. Oder geht an euren Lieblingsort, euer Lieblingsrestaurant oder zu Besuch bei Freund:innen zuhause.

Fazit

Ich hoffe, dass euch meine Tipps helfen konnten oder werden. Das ist natürlich nur meine persönliche Erfahrung und Ansicht. Allerdings habe auch ich gemerkt, dass viele Returnies recht hatten und ich jetzt genau die gleichen Sachen berichten kann und empfinde.

Für mich heißt es jetzt noch die letzten 2 Wochen hier in Irland genießen! 🙂

Euer Kenny


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