Schueleraustausch, England, Zuhause in der Ferne

Kaffee in England

Kaffee – Wachmacher, Aufwärmer, Delikatesse, Wundermittel…das war einmal. Ich komme aus einer Kaffee-verrückten Familie, und ein gemeinsames Kaffee-Frühstück ist ein fester Bestandteil des Familienlebens. Das ist der Grund, warum ich mir hier jeden morgen ein äußerst delikates Instant-Gebräu (ich weigere mich das Kaffee zu nennen) gönne, quasi als Zuhause-Andenken. Und wenn ich ganz verzweifelt bin, habe ich immer noch Ketten wie Cafe Nero, die mir hin und wieder über den Verlust hinweghelfen. (Natürlich habe ich mich aber auch ganz der Kultur angepasst und trinke Tee.)

 

Schueleraustausch, England, Zuhause in der Ferne

Busfahren in England

Seit 4,5 Monaten nun bin ich in England und jeden Tag nehme ich so ziemlich zig tausendmal den Bus. Ich weiß schon gar nicht mehr wie ein Auto von innen aussieht. Während ich am Anfang meines ‚England Lebens‘ extrem genervt war von all der Zeit, die ich durch das Warten auf die ständig zu späten Busse verliere, liebe ich jetzt meine täglichen Bustouren. Sie sind nun ganz selbstverständlich und geben mir immer eine kleine Zeit zum Entspannen. Die großen Doppeldecker, bei denen man genau über dem Busfahrer sitzen kann, und deren Buslinien ich so gut wie in- und auswendig kenne, sind sowas wie eine kleine Heimat für mich geworden, wie romantisch  ha hah.

Schueleraustausch, England, Zuhause in der Ferne

Kunst-Zuhause

Was mir mein neues Zuhause aber mehr bietet als das alte ist das Ausmaß an Kunst. In der Schule ist das meine Hauptarbeit, alle meine Fächer beinhalten einen künstlerischen Aspekt. Ich lebe mich endlich mal so richtig aus, erweitere meinen Horizont in neue Richtungen und lerne extrem viel dazu. Im Bild zusehen ist mein Schmuck im Produnktionszustand, welchen ich am Computer in mechanischem Stil designen sollte und dann (nachdem wir tausend Produktionstechniquen auswendig lernen mussten) selbst aus heißem Metall gegossen habe, hehe. Ich habe hier ein neues ‚Kunst-Zuhause‘ gefunden, zu dem vor allem die Leute hier dazugehören, die diese Leidenschaft teilen, ob aus Product Design, Art, English Literature oder Drama.

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Stadtbücherei Bristol

Man nenne mich Streber…aber ich gestehe, ich nenne die Stadtbücherei in Bristol stolz eins meiner weiteren ‚Zuhause‘. Nicht nur dass sie alt und rießig ist, sie ist auch dauerhaft gefüllt mit Studenten und anderen arbeitenden Menschen, sodass man sich nie alleine fühlt, wenn man zwischen den Mathe-Hausaufgaben kurz Pause macht und in andere verzweifelte Gesichter guckt.

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Friends!

Und zu guter Letzt denke ich das tollste Zuhause, das man haben kann, sind eben doch die Leute. Was der Austausch definitiv vermittelt hat, ist die wundervolle Tatsache, dass man auch ohne seine Familie und Freunde überlebt. Ähm, ich meine natürlich das man überall auf der Welt tolle Freundschaften schließen kann! Im Ernst, ich hätte nie geglaubt, dass ich hier so tolle Leute treffen würde, und ich denke vor allem mit meiner Gastschwester hatte ich rießiges Glück. Es ist schon erstaunlich, wie viel man mit Menschen gemeinsam haben kann, die tausende Kilometer weiter weg leben. Jetzt, wo ich bald gehen muss, kann ich mir gar nicht vorstellen wie es sein wird, niemanden mehr zu haben von dem ich Klamotten klauen kann und der mich vorm zu spät kommen beschützt, herrje.

 

 

 


1 Kommentar

Karla · 13. Februar 2015 um 11:57

Ich bin neidisch, dass Du so viele coole Fächer haben kannst! Viel Spaß noch!

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