Hello Lads,

ich melde mich zurück mit dem zweiten meiner insgesamt vier anstehenden Blog Einträge.

Schüleraustausch, Auslandserfahrung, Schule, ODI, Stipendium, Open Door International e.V., Irland
Das Hauptgebäude meiner Schule

Um Dir lieber Leserin, liebem Leser,  die Schule hier vor Ort etwas näher zu bringen, werde ich jetzt mal ein wenig darüber reden und eine Art “FAQ“ (Frequently Asked Questions) betreiben.

Also, los geht’s:

Was hast du gedacht, als du zum ersten Mal deine neue Schule betreten hast?

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich die Schule im ersten Moment tatsächlich daran erinnert hat, wie man sich eine Schule in Irland vorstellt. Es war im ersten Moment tatsächlich komisch, weil jeder mit Schuluniform rumlief, jedoch gewöhnt man sich schnell daran, und inzwischen gefällt es mir sogar sehr gut. Die Schulatmosphäre war alles in allem gelassen und es wirkte nicht so, dass die Leute nur als Mittel zum Zweck zur Schule gehen, wie es in Deutschland der Fall ist. Was mir ebenfalls nach spätestens der ersten Stunde auffiel, war, dass die Räume (zumindestens scheint es so) wild und nicht gerade logisch angeordnet sind. Die Schule machte ebenfalls einen ziemlich großen Eindruck, jedoch ist sie nur knapp halb so groß wie meine Schule in Deutschland. Sobald man sich einmal auskennt, ist das Auffinden der Räume, die Orientierung und das Wechseln zwischen diesen, ein Klacks.

Schüleraustausch, Auslandserfahrung, Schule, ODI, Stipendium, Open Door International e.V., Irland
Ich in der bequemen Schuluniform 🙂

Wie sieht dein „normaler“ Schultag aus?

Mein Wecker klingelt um 6:50 Uhr. Später aufstehen als in Deutschland ist also trotz späterem Schulbeginn nicht drin. Wenn ich dann gegen 7:30Uhr meinen Raum (ja, ich habe bei meiner Gastfamilie ein eigenes Zimmer mit angeschlossenem Bad: LUXUS!!!) verlasse, sitzen meine kleine Gastschwester und meine Gastmutter meistens in der Küche beim Frühstück, wo ich mich dann dazu geselle, während mein ebenfalls kleiner Gastbruder bereits entspannt vor dem Fernseher sitzt. Ich verlasse dann, 15 Minuten später, um 7:45 Uhr, das Haus und gehe zur Nachbarin zwei Häuser weiter, welche ihre zwei Kinder und mich ins Dorf bringt, um zum Schulbus zu gelangen. Dieser verlässt dann auch schon gegen 8:00 Uhr das Dörfchen und macht sich auf den Weg zur ca. 10 – 12 Kilometer entfernten Schule in einem der kleinen Nachbarstädtchen, wo er dann nach ungefähr 25 Minuten inklusive einem Zwischenstopp ankommt. Um ehrlich zu sein, stört es mich ein wenig, dass dieser nicht erst eine halbe Stunde später abfährt, da ich so immer noch eine halbe Stunde warten muss, bis die Schule dann, Irland typisch, um 9 Uhr beginnt. Die Wartezeit überbrücke ich dann meistens mit Reden mit meinen Freunden oder dem Erledigen von Hausaufgaben. Die ersten 10 Minuten verbringen wir dann nach Schulstart in einem spezifizierten Raum, in welchem dann die Anwesenheit geprüft wird und uns, falls vorhanden, Informationen über spezielle Events oder Aktivitäten „eingetrichtert“ werden. Danach haben wir dann drei Schulstunden, während eine Schulstunde hier gerade einmal 40 Minuten andauert. Nach diesen drei genannten Stunden haben wir dann eine 20 minütige Pause. Es gibt keine 5 Minuten Pausen, wie es sie zwischen den einzelnen Schulstunden in vielen deutschen Schulen gibt. Nach weiteren 3 Schulstunden haben wir dann die Lunchbreak, welche 45 Minuten andauert. Danach nochmal 3 Schulstunden, bis es um 16:00 Uhr dann mit dem Schulbus wieder nach Hause geht.

Was macht ihr in den Pausen?

Unsere Pausen verbringen wir größtenteils sitzend, essend und redend in der Cafeteria, bewegen uns über den zugegeben verhältnismäßig kleinen, jedoch vollkommen ausreichenden, Schulhof oder setzen uns auf ein kleinen Grasabschnitt, welcher sich nahe des Schulhofes befindet, jedoch leicht abgelegen ist.

Wie schaut es mit dem Verhältnis zu den Lehrern aus?

Alles in allem würde ich das Verhältnis als recht gut und gelassen bezeichnen. Hier werden die Lehrer für gewöhnlich entweder mit “Sir“ oder “Mam“ angesprochen, was vor allem mir den Alltag bzw. den Umgang mit den Lehrern massiv erleichtert, da ich schrecklich im Thema Namen merken bin. So bietet sich einem immer die Möglichkeit die Lehrer so anzusprechen, wenn einem der Name gerade mal wieder entfallen ist. Mein bisheriger Eindruck von den Lehrern ist, dass sie alle recht nett sind und man ihnen anmerkt, dass sie den Job gerne ausüben. Einen Lehrer, dem sein Job offenbar eher weniger Spaß macht und dem die Schüler nur als lästiges Übel erscheinen, bin ich hier jedenfalls noch nicht begegnet. Es kann aber auch sein, dass dieser Typ von Lehrer nur in Deutschland existiert 😉

Was macht den Unterschied zu Deutschland aus? Gibt es einen?

Ja, es gibt ein paar Unterschiede. Angefangen mit der Schuluniformpflicht, welche definitiv auf jeder irischen Schule vorhanden ist. Ich hab mich mit den anderen Austauschülern mal über diese ausgetauscht und erfahren, dass diese ein paar von ihnen stört. Für mich jedoch kann ich sagen, dass ich diese vollkommen okay finde und kein großes Problem mit dieser besitze. Ein weiterer großer Unterschied, welchen ich ja weiter oben bereits erwähnte, ist der, dass die Schule hier erst um 9 und nicht 8 Uhr morgens anfängt. Ich muss ebenfalls sagen – wie ich ja auch in meinem ersten Blogeintrag ausgeführt habe -, dass der Stoff, welcher hier in der Schule durchgenommen wird, viel spannender und interessanter als der in Deutschland durchgenomme Stoff ist, da sich hier eine gewisse Zukunftsorientierung in diesem erkennen lässt. Jedoch muss ich diesbezüglich anmerken, dass dies vermutlich nur der Fall in dem sogenannten Transition Year (4th Year) ist, in welchem ich mich ja glücklicherweise befinde. Deswegen kann ich jedem, der über einen Auslandsaufenthalt in Irland nachdenkt, die Bemühungen ins Transition Year zu kommen nur ans Herz legen. Noch dazu beizufügen ist, dass das Transition Year auf jeder Schule ein wenig anders ausfällt, alles in allem jedoch recht gleich bleibt.

Schüleraustausch, Auslandserfahrung, Schule, ODI, Stipendium, Open Door International e.V., Irland
Der sogenannte “School Journal“, eine Art Hausaufgaben Heft, welches Pflicht ist, bzw. wie ein Buch fungiert.

Ich hoffe, ich konnte Dir liebem Leser, lieber Leserin, die Schule hier in Irland mit diesem Blog Eintrag ein wenig näher bringen. Falls noch Fragen diesbezüglich bestehen, könnt ihr gerne einen Kommentar unter diesem Eintrag verfassen, und ich werde versuchen eure Fragen so gut und akkurat wie es mir möglich ist zu beantworten.

 


2 Kommentare

Sarah · 4. November 2015 um 14:07

Was für ein schöner Bericht 🙂 Vielen Dank für diesen tollen Einblick in Deinen Schulalltag!

Anika Ka. · 11. Februar 2016 um 20:28

Hallo Arne,
Toller Post, wie ich grade feststellen durfte gehst du auf die gleiche Schule auf die ich ab Ende diesen Jahres gehen werde. Daher war dein Post ein seeehhhhrrr interessanter Post für mich 😀

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