ODI, Schüleraustausch, Zuhause, Ferne, USA

Die Textzeile „Zuhause ist da wo deine Freunde sind“ (aus dem Lied „Zuhause“ von Adel Tawil), hilft mir gegen Heimweh anzukämpfen. Denn ich unternehme viel mit meinen Freunden. Mit meiner Gastfamilie ist das etwas anders. Wir reden oft und viel, aber wir unternehmen nicht so viel miteinander. Ich fühle mich trotzdem wohl. Das Gefühl Zuhause zu sein habe ich daher öfter, wenn ich mit Freunden zusammen bin. Ich habe hier ein paar unglaublich gute Freunde gefunden und es wird mir schwer fallen mich von ihnen zu verabschieden.

Nächste Woche fliegt schon der Junge links mit dem türkisen T-Shirt zurück nach Brasilien, wegen einigen Komplikationen, über die ich jetzt nicht gerne schreiben möchte. Er wird die nächste Woche bei uns verbringen und dann geht’s zurück nach Brasilien. Der Abschied wird hart, denn er war der, mit dem ich die meisten Wochenenden verbracht habe und wenn ich mit ihm unterwegs war, hat es sich immer wie Zuhause angefühlt. Er hat mir das Gefühl gegeben, einen kleinen Bruder zu haben.

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(Lucas aus Brasilien, Alejandro aus Bolivien und Dani aus Deutschland.)

Der Junge im nächsten Foto heißt Austin und ist mittlerweile ein richtig guter Kumpel aus der Schule. Anfangs habe ich ihn nur bei Volleyballspielen gesehen, wie er seine Schwester mit größter Leidenschaft angefeuert hat. Irgendwann bin ich einfach mal zu ihm gegangen und habe angefangen mit ihm zu reden und es hat sich herausgestellt, dass wir viel gemeinsam haben. Das Trikot, das er trägt gehört seiner Schwester.

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Folgendes Foto zeigt meine zwei besten Freunde Logan und Adam. Adam (mittig) war der Kapitän des Fußballteams und hat mich gleich als einen von „ihnen“ angesehen. Das Problem ist, dass viele mich hier einfach nur als den Austauschschüler ansehen und als den Nicht-Amerikaner und von daher nicht viel mit mir zu tun haben wollen, weil ich keine BBQ-Sauce mag, oder ich nicht mit American Football aufgewachsen bin. Ich bin „anders“ und das scheint einigen nicht zu gefallen aber Adam ist das egal. Er hat mich gleich eingeschlossen und mir alles beigebracht, was ich wissen musste, hat mich zu fast jedem Footballspiel gefahren und mich den Leuten vorgestellt. Wenn ich mit Adam unterwegs bin, fühle ich mich Zuhause.

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(das erste mal Snowboarden, ich bin nur 26x gefallen)

Logan (links) habe ich durch Adam kennengelernt. Er spielte auch Fußball und als es einmal nach dem Training zu spät für meine Gastmutter war, um mich abzuholen, hat Adam mich gefragt wo ich wohne und meinte dann, dass Logan nicht sehr weit wohnt und ich bin mit ihm mitgefahren. Wenn Adam mich mal nicht zu einem Spiel mitnehmen konnte, hat Logan das gerne übernommen, oder wenn ich mal den Bus verpasse, ist er immer für mich da, um mich zur Schule mitzunehmen. Silvester habe ich bei ihm verbracht und dann erfahren, dass seine Mutter in den 70ern eine Austauschschülerin zwischen Bremen und Bremerhaven war. Den Ortsnamen habe ich vergessen aber sie wohnte nur einige Kilometer von unserer Stadt entfernt. Small world, nicht wahr?

Die nächsten zwei Bilder zeigen unsere Schule beim Sport und die Ohio State University beim Football. Sport schweißt hier alle zusammen und jedes mal wenn ich zu einem Spiel gehe, fühle ich mich in „meiner Stadt“. Alle zusammen auf der gleichen Tribüne zu sitzen und das gleiche Team anzufeuern und das andere Team auf humorvolle Weise runterzumachen, gibt mir das Gefühl Zuhause zu sein. Dann kann ich „unsere Schule“ sagen und nicht „ihre Schule“ oder „eure Schule“.
Vor einer Woche hat Ohio State gegen Oregon State in den „College Football National Finals“ gespielt und ich bin mit einem Ohio State Pulli zur Schule gegangen, wie 75% der restlichen Schüler und Lehrer auch, und an dem Tag hat Ohio sich für mich Zuhause angefühlt wie kein anderer Tag bis jetzt. Von daher kann ich sagen, dass Sport und ein Team für mich ein Zuhause erschaffen können.

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(Wir, d.h. Ohio State, haben die Meisterschaft gegen alle Erwartungen und „Experten“ Analysen gewonnen)

Zuhause bedeutet für mich das Bekannte. Ich kenne das Haus, in dem ich hier und in Deutschland wohne, also ist es Zuhause. Ich kenne meine Familie und Gastfamilie, also bin ich Zuhause mit ihnen. Außerdem kenne ich mittlerweile meine Freunde und bin auch mit ihnen Zuhause. Viele sehen eine bestimmte Ortschaft oder ein Bauwerk als Zuhause an, weil es das ist was sie am besten kennen.
Doch egal wie sehr ich mich in der Ferne Zuhause fühle, ich werde nichts und niemanden so gut kennen wie Osterholz-Scharmbeck und meine zwei Brüder und zwei Schwestern zusammen mit meiner Mutter und meinem Vater. Sie sind mein größtes Zuhause.


1 Kommentar

Britta Schwarz · 4. März 2015 um 13:29

Lieber Dani,

das mit dem „sich zuhause fühlen“ ist tatsächlich keine so einfache Sache. Meine amerikanische Gastoma hat immer gesagt: „Home is were the heart is“ und damit bin ich ganz gut gefahren über die Jahre. Zuhause ist da, wo die Menschen sind, die man liebt. Genieße die restliche Zeit und die vielen tollen Freundschaften, die Du geknüpft hast.

Deine Britta

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