AJA (Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen) entwickelt neues Projekt

Mit Erschrecken haben wir in den letzten Jahren das Erstarken nationaler und populistischer Strömungen und Parteien beobachtet. In unserer ODI-Vereinsphilosophie haben wir festgehalten, dass wir Verständigung durch interkulturellen Austausch fördern und stärken möchten und unseren Beitrag leisten, Vorurteile, Missverständnisse und Konflikte zu überwinden und die Toleranz zwischen den Menschen auszubauen. Schüleraustauschprogramme und Freiwilligendienste eröffnen jungen Menschen einen Blick in andere Kulturen, die ihre Leben prägen und Offenheit und Reflektion in Bezug auf anderen Kulturen und Menschen nach sich ziehen. ODI steht für eine bunte und vielfältige Gesellschaft, die Raum hat für alle Menschen.

In der Diskussion über die zunehmend besorgniserregenden ausgrenzenden und hasserfüllten Tendenzen in Europa und in vielen anderen Teilen dieser Welt hat sich ODI gemeinsam mit den anderen AJA-Organisationen entschieden Stellung zu beziehen und das folgende Positionspapier entwickelt:

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Gemeinnütziger langfristiger Schüleraustauschgegen Hass, Rassismus und Ausgrenzung


Wer ist AJA?

AJA-Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch ist der Zusammenschluss von sieben Jugendaustauschorganisationen. Er vertritt den gemeinnützigen langfristigen Schüleraustausch in Deutschland. Seit mehr als 60 Jahren bieten die Organisationen Jugendlichen aus Deutschland die Möglichkeit zu einem langfristigen Austausch im Ausland sowie ausländischen Jugendlichen einen Aufenthalt in einer ehrenamtlich engagierten Gastfamilie in Deutschland. Derzeit verbringen 4.500 junge Menschen mit einer AJA-Organisation einen Schüleraustausch im Ausland, rund 2.000 Jugendliche sind in Deutschland zu Gast. Der Austausch wird weltweit mit Partnerorganisationen in über 50 Ländern durchgeführt.

Darüber hinaus führen sechs der unterzeichnenden Organisationen das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) des Deutschen Bundestages und des US-Kongress durch.

Wofür setzen wir uns ein?

Die Tatsache, dass in Deutschland zunehmend Menschen anderer Herkunft, Hautfarbe oder kultureller Prägung lautstark und öffentlich beleidigt und verfolgt werden, erfüllt uns mit Sorge.

Dies können und wollen wir nicht unkommentiert lassen. Wir setzen uns mit unserer Arbeit für eine vielfältige und offene Gesellschaft ein, in der Meinungsunterschiede frei geäußert und gleichberechtigt diskutiert werden können. Gleichzeitig befähigen wir junge Menschen dazu, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen und für eine vielfältige Gesellschaft einzustehen.

Wir stellen uns gegen all jene, die Menschen bestimmter Herkunft, kultureller und sozialer Prägung diskreditieren und ausgrenzen. Hass und Diskriminierung jeglicher Art lehnen wir zutiefst ab.
Wir verstehen unsere internationalen Austauschprogramme als Beitrag zur Förderung einer aktiven Zivilgesellschaft und zur interkulturellen Bildung. Wir sind davon überzeugt, dass das Engagement unserer mehr als 10.000 ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen und Gastfamilien ein herausragendes Mittel für die Förderung einer aktiven Zivilgesellschaft und gegen Hass, Rassismus und Ausgrenzung in Deutschland ist.

Mit ihrem Einsatz führen sie uns vor Augen, dass das Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen eine Bereicherung ist –für jeden Einzelnen und für eine Gesellschaft, in der völkische und nationalistische Ideologien keinen Platz haben. Dafür werden wir uns auch weiterhin mit unserer ganzen Kraft einsetzen!

gez.:15.11.2018

Die Unterzeichner: AFS Interkulturelle Begegnungen e.V., Aubiko e.V., Deutsches Youth for Under-standing Komitee e.V., Experiment e.V., GIVE -Gemeinnütziger Verein für Internationale Verständi-gung e.V., Open Door International e.V., Partnership International e.V., Rotary Jugenddienst Deutsch-land e.V


Für ODI: Britta Schwarz

Ansprechpartnerin Vereinsentwicklung