Weihnachten in Ecuador

Weihnachten bei Sonnenschein?! Annemieke (weltwärts-Teilnehmerin 2018/2019) berichtet aus Ecuador

Wenn schon im September die Weihnachtsläden öffnen, Anfang November die Plastikbäume rausgeholt werden und die Sonne trotzdem noch weiter scheint, dann heißt es, Weihnachten in Südamerika! Ein Ereignis voller prachtvoll geschmückter Plastikbäume, unzähliger Straßenstände mit buntem Weihnachtsschmuck und überfüllten Läden, die mit Angeboten und Jesusfiguren in allen Größen und Farben um sich schmeißen. Und das alles bei 20° C und Sonnenschein. Die Tannenbäume flackern im Wettstreit mit der Sonne und die Weihnachtsstimmung will bei mir einfach so gar nicht aufkommen. Mein erstes Weihnachten ohne Familie und das am anderen Ende der Welt, in Ecuador. 

Auch hier das Fest der Familie und der Liebe, unseren Traditionen in Deutschland ganz ähnlich. Es gibt Truthahn, Kartoffeln und Salate, die ganze Familie kommt und der Heiligabend wird zusammen verbracht. Geschenke stehen an zweiter Stelle, viel wichtiger ist das Zusammensein, einige Familien beschenken sich gar nicht. Die Heilige Nacht wird in der Kirche verbracht. Kurz vor Weihnachten kann man überall in der Altstadt die "Pasa del Niño" Paraden bestaunen, zu Ehren Gottes als Hirten, Könige und Engel verkleidete Kinder und Erwachsene, die mit Musik und Tanz durch die Straßen ziehen. Auf dem Stadthügel von Ecuadors Hauptstadt Quito thront eine 20 Meter hohe metallene Krippe, geschmückt mit unzähligen Lichtern. 

Besonders gefallen mir die einzigartigen Neujahrstraditionen Ecuadors. Vor Silvester werden lebensgroße Puppen aus Pappe und Holz gebastelt, die verhasste Personen verkörpern, Politiker oder Prominente. Um Mitternacht werden diese "año viejos" in großen Feuern verbrannt und somit auch alles Schlechte des alten Jahres. Später verkleiden sich die Männer als alte Witwen, um die Frauen der nun verstorbenen Puppen zu symbolisieren und tanzen aufreizend durch die Straßen. Ein Brauch, der meiner Meinung nach auch bei uns eingeführt werden sollte! 

Und so starte ich nun in die vorweihnachtliche Zeit, ganz ohne das passende Gefühl, aber dafür mit einem schön kitschigen, bunt leuchtenden Plastikbaum im Wohnzimmer stehend! 

Eure Annemieke

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