Fragen und Antworten

An dieser Stelle haben wir für Sie einige Fragen und Antworten zusammengestellt, die erfahrungsgemäß im Laufe des Bewerbungsprozesses häufiger auftauchen. Sollten Sie hier keine Antwort auf Ihre persönliche Frage finden, können Sie sich jederzeit gerne an die zuständige Programmkoordinatorin im Kölner Büro wenden.

Wir helfen Ihnen sehr gerne weiter!

Was muss beachtet werden, wenn man das alleinige Sorgerecht hat oder geschieden ist bzw. getrennt lebt und das gemeinsame Sorgerecht hat?

Wenn Sie das alleinige Sorgerecht für Ihr Kind haben, genügt Ihre alleinige Unterschrift sowohl auf den Bewerbungsunterlagen als auch auf dem Reisevertrag. Je nach Zielland und den dortigen Einreisebestimmungen müssen Sie möglicherweise im Rahmen der Visumsbeantragung Ihr alleiniges Sorgerecht nachweisen (das Dokument muss in die Landessprache übersetzt sein).

Es gibt je nach Situation verschiedene Möglichkeiten, das Sorgerecht nachzuweisen:

a) durch die Heiratsurkunde
b) durch ein Dokument vom Jugendamt, welches die Sorgeberechtigten ausweist
c) bei Scheidungen durch die Scheidungsurkunde
d) durch die Geburtsurkunde (wenn der Vater unbekannt ist)
e) durch eine internationale Todesurkunde (wenn ein Elternteil gestorben ist)

Im Falle einer Scheidung oder Trennung mit gemeinsamem Sorgerecht, müssen hingegen beide sorgeberechtigten Eltern unterschreiben. Für den Fall, dass aber ein Elternteil nicht unterschreiben möchte, beispielsweise weil sie oder er keine finanzielle Verpflichtung eingehen möchte, muss zumindest durch ein separates Schreiben das Einverständnis zur Programmteilnahme belegt werden. Wichtig ist, dass beide Eltern mit dieser Regelung einverstanden sind, da das nichtunterschreibende Elternteil auf die Rechte und Pflichten verzichtet, die aus dem Vertrag hervorgehen.

An welcher Stelle können wir Informationen über die finanzielle Situation von ODI finden?

Derzeit bestehen keine einheitlichen Veröffentlichungspflichten für gemeinnützige Organisationen in Deutschland. Wir haben uns daher bewusst dafür entschieden, uns auf freiwilliger Basis der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (http://www.transparency.de) anzuschließen. Wer sich an dieser beteiligt, erklärt sich dazu bereit, zentrale Informationen über die Organisation, die finanziellen Mittel und Tätigkeiten bekannt zu geben. Sie finden den aktuellen Jahresbericht sowie alle relevanten Informationen hier auf unserer Homepage.

Dürfen wir unser Kind während seines Schüleraustausches im Gastland besuchen?

Von einem Elternbesuch während des Programms raten wir grundsätzlich ab, bzw. raten erst ab dem letzten Drittel des Aufenthaltes dazu. Bei manchen Partnerorganisationen ist ein Besuch sogar vertraglich verboten. Es sprechen viele Gründe dagegen, wie etwa die Gefahr eines Heimwehschubs bei Ihrem Kind, wenn Sie wieder abreisen. Unproblematischer und auch immer wieder praktiziert ist hingegen eine Abholung nach offiziellem Programmende, oft in Verbindung mit einer gemeinsamen Reise durch das Gastland im Anschluss an den Schüleraustausch.

Müssen wir als Familie jemanden bei uns zu Hause aufnehmen, wenn unser Kind mit ODI einen Schüleraustausch macht?

Wenn Sie während des Schüleraustausches Ihres Kindes gerne selbst die Erfahrung machen möchten, wie es ist, einen Jugendlichen aus einem anderen Land in der eigenen Familie zu haben, dann können Sie gerne ODI-Gastfamilie werden. Wir sind immer auf der Suche nach netten Gastfamilien für unsere jugendlichen Gäste aus aller Welt. Die Gastaufnahme ist aber keine Voraussetzung für die Teilnahme Ihres Kindes an einem Schüleraustausch mit ODI.

Welche Absprachen müssen mit der deutschen Schule getroffen werden?

Da Ihr Kind der Schulpflicht unterliegt, ist es wichtig, dass Sie sich für die Dauer der Programmteilnahme rechtzeitig um eine Schulbeurlaubung kümmern. Dazu müssen Sie einen Termin bei der Schulleitung oder beim zuständigen Lehrer bzw. der zuständigen Lehrerin vereinbaren, um das Vorhaben Ihrer Tochter bzw. Ihres Sohnes zu besprechen. Bei dieser Gelegenheit sollten Sie in Erfahrung bringen, was aus Schulsicht in diesem Zusammenhang alles zu beachten ist und Themen wie etwa den Wiedereinstieg in die deutsche Schule nach der Rückkehr ansprechen.
Der Antrag auf Schulbeurlaubung muss in der Regel schriftlich gestellt werden. Die Bestätigung ist wichtig für Ihre Unterlagen, eine Kopie für ODI ist nicht nötig.

Ist ein Schüleraustausch für G8-Schüler überhaupt möglich oder sinnvoll?

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat im Jahr 2006 die Bedeutung eines Schulbesuchs im Ausland für die persönliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler anerkannt und eine neue Fassung zur gymnasialen Oberstufe verabschiedet, nach der auch bei einem Abitur nach zwölf Jahren ein Auslandsaufenthalt von bis zu einem Jahr während der Qualifikationsphase, also während der letzten vier Schulhalbjahre, angerechnet werden kann. Bei einem Schüleraustausch von drei oder fünf Monaten kann man im Normalfall nahtlos an die Schule in Deutschland anknüpfen.
Der Entscheid über die Anerkennung eines Schüleraustausches beruht auf der Einstimmigkeit aller Bundesländer und ist für diese auch bindend. Die spezifische Ausgestaltung des Beschlusses obliegt jedoch den einzelnen Bundesländern. Unser Dachverband "Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen" (AJA) hat in Kooperation und in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Kultusministerien der einzelnen Bundesländer Informationsflyer zur Anerkennung von Auslandsschuljahren erstellt.
Ganz gleich, ob drei, fünf oder zehn Monate im Ausland verbracht werden, ob danach die nächsthöhere Stufe übergangen werden kann, oder im Notfall ein Schuljahr wiederholt werden muss, jeder Auslandsaufenthalt ist ein Gewinn: Man entwickelt sich persönlich weiter, indem man sich selbst besser kennenlernt, neue Kontakte schließt, in eine fremde Kultur eintaucht und natürlich auch neue Sprachkenntnisse erwirbt. All dies und noch vieles mehr kompensiert eine etwaige Wiederholung einer Klassenstufe allemal.

Welche Klassenstufe eignet sich am besten für einen Schüleraustausch?

G8-Schülerinnen und -Schüler entscheiden sich meistens dafür, nach der neunten oder zehnten Klasse einen Schüleraustausch zu machen – vor allem, wenn sie sich für ein Jahresprogramm entschieden haben. In Ausnahmefällen ist auch schon ein Schüleraustausch während der neunten Klasse möglich.
Wer sich in der Schule leicht tut, ist nach einem Ganzjahresaufenthalt oft in der Lage, die jeweilige Klassenstufe in Deutschland zu überspringen. Diese Option sollte jedoch unbedingt  im Vorfeld mit der Schulleitung abgesprochen und schriftlich festgehalten werden (siehe „Welche Absprachen müssen mit der deutschen Schule gemacht werden?“ und „Ist ein Schüleraustausch für G8-Schüler überhaupt möglich oder sinnvoll?“). Jedes Bundesland hat eigene Regelungen und zum Teil legen die Schulen selbst fest, was für Auflagen die Schülerin bzw. der Schüler im Ausland erfüllen muss, um in Deutschland wieder nahtlos in die alte Klasse einsteigen zu können. Nur durch ein verbindliches Gespräch kann dieser Schritt bereits vor dem Schüleraustausch sorgfältig geplant und die Belegung der Fächer im Ausland mit der Schule abgestimmt werden.
Wer möglichst wenig Schulzeit in Deutschland verpassen möchte, ist mit einem Trimester- oder Semesterprogramm gut beraten. In vielen unserer Programmländer können Aufenthaltsdauer und Beginn relativ flexibel gehandhabt werden. 
In manchen Ländern besteht sogar die Möglichkeit, noch nach dem Schulabschluss in Deutschland einen Schüleraustausch zu machen und das durch G8 quasi „geschenkte“ Jahr einfach „hinten anzuhängen“. Voraussetzung hierfür ist, dass Ihre Tochter bzw. Ihr Sohn bei Ausreise nicht älter als 18 Jahre alt ist.

Soll unser Kind die Klasse wiederholen oder nicht – was ist ratsam?

Ihr Kind kommt nach seinem Schüleraustausch mit einer Fülle an Eindrücken und Erfahrungen wieder und steht nun vor der Herausforderung, sich zu Hause wieder einzuleben (siehe auch „Wie ist das, wenn unser Kind nach dem Schüleraustausch wieder nach Hause kommt“). In diesem Moment wünscht man den Rückkehrerinnen und Rückkehrern nicht unbedingt auch noch einen hohen schulischen Leistungsdruck. Hinzu kommt, dass die meisten Austauschschülerinnen und Austauschschüler während ihres Schüleraustausches völlig andere Fächer belegt und andere Inhalte gelernt haben. Sie als Eltern sollten Ihrem Kind ruhig Mut machen, einen „Zeitverlust“ an der Schule in Kauf zu nehmen und dort anzuknüpfen, wo es aufgehört hat, um eine temporäre Überbelastung zu vermeiden. Es ist absolut keine Schande, wenn man nicht überspringt!

Wie ist das, wenn unser Kind nach dem Schüleraustausch wieder nach Hause kommt?

Die Rückkehr nach Deutschland, besonders nach einem einjährigen Schüleraustausch, bedeutet eine große emotionale Herausforderung für Ihr Kind. Der Abschiedsschmerz von Gastfamilie und neu gewonnenen Freunden sitzt tief und man muss sich zu Hause innerhalb der Familie erst wieder aufeinander einstimmen.  Zudem haben die Jugendlichen Ängste und Unsicherheit, welchen Einfluss ihre lange Abwesenheit auf ihre Freundschaften und ihr soziales Umfeld hat. Viele Austauschschülerinnen und Austauschschüler berichten, dass sie erst bei der Rückkehr nach Hause einen Kulturschock erlebt haben. Die meisten Weltenbummlerinnen und Weltenbummler gewöhnen sich aber recht schnell wieder zu Hause ein. Lassen Sie sich nicht irritieren, wenn Ihr Kind zunächst etwas konfus Deutsch spricht – das normalisiert sich bald wieder.

Ist ein Schüleraustausch empfehlenswert, wenn unser Kind einen Tapetenwechsel braucht?

Vorsicht – ein Schüleraustausch ist keine Therapie! Wenn Ihr Kind zu Hause, in der Schule oder im sozialen Umfeld Probleme hat, bleiben diese nicht in Deutschland, wenn es seine Koffer packt und weggeht, sondern sie gehen mit auf die Reise. Solche Probleme können sehr unterschiedlicher Natur sein, zum Beispiel Stress mit Lehrerinnen und Lehrern oder den Schulkameradinnen und -kameraden, Schwierigkeiten innerhalb der Familie oder auch eine ärztliche/psychologische Behandlung. Wir möchten daher an Sie appellieren, offen mit uns über mögliche Probleme zu sprechen. Es ist uns ein Anliegen, dass unsere Weltenbummler eine erfolgreiche und glückliche Zeit im Ausland erleben.
Ein Schüleraustausch ist eine große emotionale und auch psychische Herausforderung für jeden Jugendlichen und darum ist es wichtig, dass Ihr Kind fit und gesund ist, damit es die großen und kleinen Probleme und Herausforderungen, die jeder Schüleraustausch mit sich bringt, meistern kann. Ein Schüleraustausch ist leider kein Pauschalurlaub, sondern bringt viele interkulturelle Erfahrungen und Eindrücke mit sich. Diese gilt es erfolgreich zu bewältigen.

Alle Angaben sind ohne Gewähr.

Leiterin Schüleraustausch

Gaby Kühn

Tel.: 0221-60 60 855-14

gaby@opendoorinternational.de