Kurzzeitprogramm-Erfahrungsbericht Chile: Annabell Juli 2015

Der Flug nach Chile war für mich zwar nicht der erste, das Gefühl - alleine und eigenverantwortlich durch den Flughafen zu laufen, ohne zu wissen wer oder was mich die nächsten Stunden erwarten würde, auf dem Weg in ein Land, dessen Sprache und Kultur ich nicht kenne - war dann doch neu und sehr aufregend. 

Als ich in Chile ankam, mein Koffer erstmal nicht da war und die Temperatur knapp 20°C unter den sommerlichen deutschen 30°C lag, wusste ich sofort, ich würde flexibel und offen sein müssen, für das was nun kommen würde. Umso erleichterter war ich, am Flughafen auf meine Betreuer (Viktor und Jana) von der Partnerorganisation von ODI in Chile zu stoßen, die mich willkommen hießen und direkt zu meiner Gastfamilie fuhren. Unser Weg führte durch die Hauptstadt Santiago und ich hatte Glück, die erste Blitzeinführung in die chilenische Kultur während der Autofahrt auf Deutsch zu bekommen, obwohl sie für mich in meinem ersten aufgeregten Zustand wenig nachhaltig war.

Die Aufregung und Befürchtungen vor der Gastfamilie waren sofort weggeblasen, als meine Gastmutter mich erstmal umarmte und wir zusammen „once“ aßen. Ich fühlte mich gleich willkommen, wie in eine Familie aufgenommen. Durch meine Gastfamilie fühlte ich mich in den nächsten acht Wochen zu Hause. Sie half mir, mich in Sprache und Alltag zurecht zu finden.

Auch die Schule, die in der Regel von 8 Uhr bis ca. 17 Uhr dauerte und somit einen Großteil meines Tages beanspruchte, war mit Schuluniform, Geschlechtertrennung und Morgengebet doch sehr anders als die hier in Deutschland und dadurch eine umso spannendere Erfahrung.

Das Essen in Chile war immer sehr lecker, aber auch ziemlich ungesund. So stimmte es tatsächlich, dass ich mich am Ende bereits wieder auf das deutsche dunkle Brot und den „normalen“ Salat freute.

„Chile ist ein Land der Gegensätze.“ So wird es in vielen Reiseführern beschrieben, so beschreiben Reiseführer beinahe jedes Land. Dem kann ich nach meinem Aufenthalt auf jeden Fall zustimmen, obwohl ich nicht in allen Bereichen unbedingt von Gegensätzen, sondern teilweise lieber von Vielseitigkeit sprechen würde.
Genauso wird geschrieben, man könne in Chile immer entweder die Berge oder das Meer sehen. Auch das stimmte, da Chile ein sehr schmales und langes Land ist. Besonders der Kontrast zwischen Land und Stadt fällt auf. Nur kurze Zeit nachdem man das Zentrum von Santiago -  groß, laut, mit Smog und Müll verdreckt - verlässt, kann man die Berge oder auch das Meer erreichen, Skifahren und Wandern… Chile ist ein Land der Vielseitigkeit! (Im Zentrum von Santiago werden aber auch grundsätzliche keine Austauschschüler platziert.)

In den Winterferien fuhr meine Familie mit mir aufs Land zu den Großeltern. Das war eine sehr spannende und aufregende Erfahrung, die ganz anders war, als die Schulzeit in Santiago.

Ich habe sehr viel erlebt und hatte zwei wunderbare Monate in einem nun nicht mehr fremden, sondern bekannten Land. Ich wünsche allen Austauschschülern und Reisenden eine tolle Zeit und für alle die noch am überlegen sind eine kleine Motivation: es lohnt sich in jedem Fall!

Insgesamt war diese Erfahrung eine einzigartige, wunderbare, in der ich sehr viel über Chile, die Menschen dort, aber auch mich selbst gelernt habe. Ich werde in diesem aufregenden, interessanten und tollen Land immer eine zweite Familie haben.

Vielen Dank an alle, die das ermöglicht haben – Muchas gracias a todos!!!

Ansprechpartnerin Chile

Jana Droste

Tel.: 0221-60 60 855-22

jana@opendoorinternational.de