Großbritannien

"The proof of the pudding is in the eating" sagt der redegewandte Brite und meint damit: „Probieren geht über Studieren.“ Dies trifft auch eindeutig auf Englands Land und Leute zu. Dort erfährt man herzliche Höflichkeit, eine große Portion Gastfreundschaft und charmantes Traditionsbewusstsein. Während eines Auslandsaufenthaltes in England erlebt man weit mehr als Linksverkehr, Fish&Chips und ausuferndes Teetrinken. Vielmehr zeigt sich England von seiner vielseitigen Seite und vereint historische Gebäude mit moderner Architektur und viel Kreativität. Eine Besonderheit im städtischen Raum ist die multikulturelle Bevölkerung.
Schottland zeichnet sich vor allem durch seine lang bewährten Traditionen aus. Das ehemals keltische schottische Volk ist für drei Dinge bekannt: Dudelsack, Kilt (Schottenrock) und Whisky. Zudem zählt das schottische Festland mit seinen vielen verschiedenen Gegenden und circa 90 Inseln zu den schönsten Landschaften im Norden. Bei einem Auslandsaufenthalt in Schottland bekommt man neben dem Englischen auch das Gälische zu hören, wodurch man seine Fremdsprachenkenntnisse verstärken und ausweiten kann. Dabei kann man sowohl die vielen historischen und mittelalterlichen Schlösser, als auch die vielen modernen Musik- und Kunstfestivals besuchen, für die das Land bekannt ist.

ODI bietet folgende Programme in Großbritannien an:

Zahlen und Fakten England:

Hauptstadt
London
Staatsform
Konstitutionell-parl. Monarchie
Bevölkerung
54,316 Mio.
Sprache
Englisch
Fläche
130.395 km²
Währung
Pfund Sterling (£ / GBP)
Zeitverschiebung
MEZ – 1 Stunde
Vorwahl
0044

Zahlen und Fakten Schottland:

Hauptstadt
Edinburgh
Staatsform
Parlamentarische Monarchie
Bevölkerung
5,3 Mio.
Sprache
Englisch, Schottisch-Gälisch, Lowland Scots (Schottisch)
Fläche
77.910 km²
Währung
Pfund Sterling (£ / GBP)
Zeitverschiebung
MEZ – 1 Stunde
Vorwahl
0044

Land und Leute

Großbritannien ist ein Land der Widersprüche. Hier findet man zum einen tonnenweise Tradition: das englische Königshaus, eine unvergleichbare Pub-Kultur, viktorianische Architektur, die Maßeinheiten Inches und Feet (statt Zentimeter und Meter) sowie Stones (statt Kilogramm), eine gewöhnungsbedürftige deftige Küche u.v.m. Zum anderen gibt es kein anderes Land, aus dem so viele Trends und Neuheiten z.B. aus den Bereichen Mode und Musik stammen.

Diese Widersprüchlichkeit spiegelt sich in vielen weiteren Lebensbereichen wieder. Engländer als auch Schotten sind generell sehr höflich, hilfsbereit und eher zurückhaltend. Dennoch ist der typisch englische Humor sehr direkt und ziemlich „trocken“ bis „schwarz“. Hier wird alles und jeder aufs Korn genommen und englische Comedians beweisen, dass man hier sehr gut über sich selbst lachen kann. In Großbritannien zahlt man immer noch mit Pfund statt mit Euro, die Autos fahren auf der linken Seite und das Erlernen einer Fremdsprache scheint für viele nicht sehr wichtig zu sein.
Lernt man Schottland besser kennen, entdeckt man, dass sich dies doch sehr von England unterscheidet. Dies zeigt sich vor allem in der Politik, als auch im Schulsystem, in dem der Schwerpunkt vielmehr auf dem Allgemeinwissen der Schüler liegt. Absolutes Highlight der schottischen Kultur sind die Highland Games, die jährlich stattfinden. Bei dieser modernen Fortsetzung keltischer Traditionen wird der Sieger in verschiedenen sportlichen Disziplinen ermittelt und gekürt. Heute gibt es in fast jedem Ort im Sommer Highland Games, deren musikalische Begleitung ebenso ein Höhepunkt ist. Typisch für den schottischen Charakter sind musikalisches Interesse und das Späße machen. Schotten erzählen gerne Witze: Diese sind uralt und höchstwahrscheinlich immer wahren Ursprungs.

Essen und Trinken

Natürlich gleichen sich Essgewohnheiten in den westlichen (und vor allem europäischen) Ländern immer mehr an einander an: Pasta und Pizza sind überall beliebt, Kartoffeln und Pommes Frites sind gern gesehene Beilagen und Einflüsse von italienischen, griechischen, türkischen, spanischen und asiatischen Einwanderern sind omnipräsent.

Dennoch sind englische Spezialitäten wie z.B. roast beef with yorkshire pudding (Roast Beef mit einer Beilage aus Mehlteig), verschiedene pies (auch pastries genannt; Pasteten mit Gemüse-, Wild-, Schweinefleisch- oder Nierenfüllung), typisches English breakfast (reichhaltiges, warmes Frühstück) und last but not least natürlich fish&chips (im Teigmantel fritiertes Fischfilet mit Pommes Frites) stets auf einer (Pub)-Speisekarte zu finden. Spotted dick (kuchenähnliche Nachspeise mit Rosinen) und apple-/ rhubarb crumble with custard (warmes Apfel- oder Rhabarberkompott mit Kuchenstreusel und Vanillesoße) lassen in England das Herz jedes Schleckermauls höher schlagen. Wichtig zu wissen: (vorzugsweise schwarzen) Tee trinkt man in England meist mit Milch und in einem traditionellen Café bestellt man cream tea inkl. scones & clotted cream (kleine, warme, süße Brötchen mit cremiger Sahne und Erdbeermarmelade) zum Fünfuhrtee.
Die schottische Küche hat mit der englischen nicht viel gemein. In den letzten Jahren wurde sie durch internationale (insbesondere chinesische und indische) kulinarische Elemente beeinflusst. Das Nationalgericht in Schottland nennt sich haggis (gefüllter Schafsmagen) und wird üblicherweise mit neeps and nips (zerstampften weißen Rüben), einem Schluck Whisky und Kartoffelbrei serviert. Kulinarisch zählen auch shortbread (Butter-/ Spritzgebäck), und kidney pie zur traditionellen schottischen Küche. Savouries sind eine schottische Tradition, die erst in den letzten Jahren wieder aufgefrischt wurde: ein savoury ist eine heiß servierte, ungesüßte und oft pikant gewürzte Nachspeise.

Gerne trinkt der Brite nach Feierabend noch ein pint mit bitter (dunkles Bier), lager (Pils) oder cider (Apfelwein) in seinem Lieblingspub um die Ecke. Tatsächlich sind britische Pubs eine nationale Einrichtung, und selbst das kleinste Dorf hat mindestens einen Pub, welcher oft fast schon als Wohnzimmerersatz dient. Hier trifft man Nachbarn, Familie und Freunde, quatscht und tratscht, trinkt und isst und schaut sich gemeinsam diverse Sportveranstaltungen (insbesondere Fußball!) an.
Nicht unüblich sind für die britische Küche die sogenannten convenience products, also Fertiggerichte, die oft im Alltag ihren Einsatz finden.

Klima und Landschaft

Großbritanniens Landschaft ist, genau wie das Klima, sehr abwechslungsreich. Obwohl die durchschnittliche Niederschlagsrate relativ hoch ist, ist das Wetter von der Lage der verschiedenen Regionen abhängig und oft nicht so regnerisch, wie befürchtet.

Die Temperaturen sind denen in Deutschland sehr ähnlich. Das relativ milde, aber dennoch etwas feuchtere Klima findet man eher im Norden. Der Süden ist meist etwas wärmer und trockener. So wachsen dank des Golfstroms im südlichen, tropisch anmutenden England durchaus auch Palmen. Generell ist das Wetter in Großbritannien unbeständig, da das Klima vom Golfstrom gekennzeichnet ist und kalte polare Luft im Norden auf warme tropische Luft im Süden stößt. Selbst wenn ein Tag zum wiederholten Male bewölkt beginnt, sollte man daher die Hoffnung auf Sonne also nicht aufgeben. Von seiner schönsten Seite zeigt sich das britische Wetter meist zwischen April und September sowie in den Übergangsmonaten.

Die Landschaften im Norden und Nordwesten sind geprägt von diversen Berglandschaften und einem in grünen Hügeln eingebetteten Lake District. Doch auch an den Küsten gibt es teils steil abfallende, teils weiße Klippen, die sich mit zerklüfteten Küsten und breiten Sandstränden ab wechseln. Alte Seebäder mit romantischen Pieren und viktorianischen Hotelfassaden sind in Englands Süden ein echter Augenschmaus. Schottland zeichnet sich vor allem durch sein atemberaubendes Panorama aus: Hoch aufragende Berge, schimmernde Lochs, dichte Wälder und kilometerlange, goldfarbene Strände. Die Berge sind teilweise über 1.000 Meter hoch und so stehen die Chancen für Schneefall in den höheren Lagen sehr hoch. Ein absolutes Highlight sind die Nordlichter, die sich mit etwas Glück in den Herbst- und Wintermonaten bewundern lassen können.

Berühmte Persönlichkeiten

Hier soll aufgrund der Vielzahl britischer Berühmtheiten eine kleine Auswahl aus einigen Bereichen getroffen werden.

Berühmte Persönlichkeiten der englischen Geschichte sind z.B. Richard Löwenherz, Heinrich VIII. und Queen Elizabeth II. Aus der Politik sind Namen wie Winston Churchill, Margaret Thatcher und Tony Blair bekannt. Berühmte englische Literaten sind William Shakespeare oder J.K. Rowling und Ian McEwan. Aus der Wissenschaft weltbekannt sind Charles Darwin und Isaac Newton. Die Zahl der berühmten Engländerinnen und Engländer in Kunst und Kultur ist enorm, hier nur einige ganz bekannte: Die Beatles, die Rolling Stones, Sir Charlie Chaplin, Audrey Hepburn, Elizabeth Taylor, Rowan Atkinson (Mr. Bean), David Bowie, Orlando Bloom, Keira Knightley und natürlich der „Harry Potter“-Cast Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint. Aus dem Bereich Sport sind die Fußballlegenden George Best, David Beckham, Frank Lampard zu nennen, wie auch der Autorennfahrer Lewis Hamilton.

Die schottischen Bands Belle and Sebastian und The View sind bekannte schottische Vertreter aus dem Bereich Indie-Rock/Pop. Weitere schottische Bands aus dem Bereich Rock/Postrock sind Mogwai, Snow Patrol und The Fratellis. Donovan, Mark Knopfler, Jack Bruce, Midge Ure und Paolo Nutini sind weitere bedeutende Musiker. Aktuell in den internationalen Charts mitwirkend sind Calvin Harris, Amy Macdonald und Ed Sheeran. Natürlich nicht zu vergessen die Schauspieler Sir Sean Connery oder Ewan McGregor oder der Tennisspieler Andy Murray.

Feiertage

  • 1. Januar: New Year's Day
  • 14. Februar: Valentine’s Day
  • 26. März 2017: Mother´s Day
  • 14. April 2017: Good Friday
  • 16. April: 2017: Easter
  • 17. April 2017: Easter Monday
  • 1. Mai 2017: Early May Bank Holiday
  • 29. Mai 2017: Spring Bank Holiday
  • 1. August: Summer Bank Holiday
  • 28. August 2017: August Bank Holiday
  • 30. November: St. Andrew´s Day
  • 25. Dezember: Christmas Day
  • 26. Dezember: Boxing Day

Literatur- und  Surftipps

Hilfreiche Internetseiten:

Literaturtipps:

  • „Fettnäpfchenführer Großbritannien: Wie man England mit links übersteht“ (Michael Pohl)
  • „Mit Jane Austen durch England“ (Elsemarie Maletzke)
  • „Lonely Planet Reiseführer England” (Neil Wilson)
  • „Lonely Planet Reiseführer Schottland “(Neil Wilson, Andy Symington)
  • „Faszinierendes Schottland” (Karl-Heinz Raach)

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