Schulzeitverkürzung

Mit der Schulzeitverkürzung auf das „Abitur nach 12 Jahren“ (G8) geht derzeit noch eine Reihe von Verunsicherungen in der Öffentlichkeit umher: Ist ein Schuljahr im Ausland weiterhin sinnvoll? Wann wäre der richtige Zeitpunkt dafür?

Die meisten Bundesländer haben inzwischen auf das Abitur nach 12 Jahren umgestellt (G8). Die 11. Klasse soll nicht mehr der Vorbereitung auf die Oberstufe dienen, sondern gehört mit der 12. Klasse zur Qualifikationsphase, in der schon die Punkte für das Abitur gesammelt werden müssen.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat bei einer Konferenz im Jahr 2006 jedoch die Bedeutung eines Schulbesuchs im Ausland für die persönliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler anerkannt und festgelegt, so dass auch bei einem Abitur nach 12 Jahren ein Auslandsaufenthalt von bis zu einem Jahr angerechnet werden kann. Dieser Entscheid beruht auf der Einstimmigkeit aller Bundesländer und ist für diese auch bindend. Die spezifische Ausgestaltung des Beschlusses obliegt jedoch den einzelnen Ländern.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Schüleraustausch?

  • Während der 10. Klasse: Ein Auslandsaufenthalt nach der 9. Klasse ermöglicht durch die Anerkennung der Schule einen direkten Besuch der 11. Klasse.
  • Eingeschobenes Jahr zwischen der 10. und 11. Klasse: Ohne Anerkennung durch die Schule wird die 11. und 12. Klasse in Deutschland besucht.

Ein Austausch während der 11. Klasse mit Anerkennung durch die Schule ist leider in noch keinem der G-8-Bundesländer möglich. 

Was kann ich tun?

Es empfiehlt sich, so früh wie möglich Kontakt mit dem jeweiligen Klassenlehrer und der Schulleitung aufzunehmen, um die verschiedenen Möglichkeiten und die rechtlichen Voraussetzungen für ein Schuljahr im Ausland zu besprechen. Auskunft erteilt die derzeit besuchte Schule bzw. die Schule, die nach dem Auslandsaufenthalt besucht werden soll. Weitere Informationen über die Regelungen der einzelnen Bundesländer stellt auch der AJA (Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen) zur Verfügung, in dem ODI Mitglied ist.

Grundsätzlich gilt:
Ganz gleich, ob drei, fünf oder zehn Monate im Ausland verbracht werden: Ob danach die nächsthöhere Stufe übergangen werden kann oder im Notfall ein Jahr wiederholt werden muss - jeder Auslandsaufenthalt ist ein Gewinn. Man entwickelt sich persönlich weiter, indem man sich selbst besser kennenlernt, neue Kontakte schließt, in eine fremde Kultur eintaucht und natürlich auch neue Sprachkenntnisse erwirbt. All dies und noch vieles mehr kompensiert die etwaige Wiederholung einer Klassenstufe allemal.

Leiterin Schüleraustausch

Gaby Kühn

Tel.: 0221-60 60 855-14

gaby@opendoorinternational.de

Ansprechpartnerin Gastaufnahme Deutschland