Fast ein Jahr. So lange habe ich überlegen müssen, ob ich nun einen Schüleraustausch mache oder nicht. Als erstes ging es um England, aber da wollte ich einfach überhaupt nicht hin. Dann kam Frankreich ins Spiel und ich wollte noch immer nicht, doch langsam sah ich (vor allem anhand meiner Noten) ein, dass es wirklich gut wäre, einen Austausch zu machen. Irgendwann hatte ich dann auch tatsächlich das Anmeldeformular ausgefüllt und abgeschickt. Und plötzlich hatte ich unglaublich Lust, ins Ausland zu gehen! Wenn man sich erst mal überwunden hat sich anzumelden, ist man total drin im Geschehen und will überhaupt nicht mehr raus. Das war schon witzig, am Anfang überhaupt keine Lust und dann auf einmal unglaubliche Vorfreude. 

Das Abschiednehmen von meiner Familie fiel mir durch die relativ geringe Entfernung nach Frankreich überhaupt nicht schwer, doch im Nachhinein denke ich, dass ich beim nächsten mal auf jeden Fall in ein Land gehen würde, das weiter entfernt ist, um größere Kulturunterschiede kennen zu lernen. Für den Anfang war Frankreich jedoch perfekt.

Als ich nach einer langen Zugfahrt im nächtlichen und weihnachtlichen Paris am Bahnhof ankam (Jip, ich wurde in der Landeshauptstadt platziert), wurde ich sehr freundlich von meiner Gastfamilie begrüßt und…konnte überhaupt nichts sagen. Das hat die Situation allerdings auch irgendwie aufgelockert und noch dazu konnte ich den Satz „Pardon, ich habe nichts verstanden“ nach zwei Stunden wie ein muttersprachlicher Franzose aussprechen! 

Nach etwa drei Wochen hatte ich mich relativ gut eingelebt und hatte schon viele Bekanntschaften vor allem in der Schule gemacht. Schule ist in Frankreich insgesamt ein sehr großes Thema. Man hat bis um 18:00 Uhr Unterricht (was am Anfang echt gewöhnungsbedürftig war) und danach sollte man noch mindestens zwei Stunden Hausaufgaben machen (Hier liegt die Betonung auf „sollte“). Außerdem war der Tagesablauf in meiner Familie sehr geregelt, was aber eigentlich mal eine tolle Abwechselung war. Freitag war zum Beispiel der Einkaufstag. Am Morgen, nach dem „petit déjeuner“, dem Frühstück, was wirklich sehr „petit“ war, wurde entschieden, wer am Abend mit einkaufen gehen würde und wer nicht. So konnte ich auch super Einblicke in die Französische Küche gewinnen. Auch der Versuch, die ganzen Namen der französischen Süßigkeiten an der Kasse auszusprechen war sehr witzig.

Mit meinen Klassenkameraden hat es eigentlich auf Anhieb gut funktioniert. In der ganzen Zeit habe ich kein einziges Mal irgendwelche Probleme mit Schülern gehabt und hab mich irgendwie mit jedem verstanden (normal braucht‘s da immer ein wenig bei mir). Wir haben viele tolle Momente in der Schule erlebt und sehr viel gelacht! Auch ein halbes Jahr nach meinem Aufenthalt in Frankreich habe ich zu den meisten Freunden noch engen Kontakt. Wir haben uns auch schon gegenseitig besucht. Es war toll, ihnen auch meine Heimat zeigen zu können. Außerdem hat mir an der französischen Schule super gefallen, dass man endlich die ersehnte eins mit Stern in Deutsch bekommt!

Nicht so gut lief es mit meinem Gastbruder, der durch seinen neuen Bruder anfing, sich benachteiligt zu fühlen. Leider habe ich mich mit ihm bis zum Ende nicht immer gut verstanden, doch nach zwei Monaten hatten wir uns aneinander gewöhnt und machten sogar relativ viele  Dinge zusammen. 

 

 

Insgesamt waren es aber tolle sechs Monate! Viel erlebt, viel gelernt und auch einfach Spaß gehabt. Ich kann es nur jedem empfehlen!

Ansprechpartnerin Frankreich

Jana Droste

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