Von Februar bis Juli 2016 war ich in Winnipeg und habe dort das John Taylor Collegiate besucht. Auf meiner Hinreise hatte ich einen vierstündigen Zwischenstopp in Toronto, wo mich direkt drei Mädchen angesprochen haben, die, wie sich später herausstellte, alle als Austauschschülerinnen nach Winnipeg gingen, eine sogar auf meine Schule. Obwohl ich mit meinen Gasteltern nur ein paar Emails ausgetauscht und einmal mit ihnen telefoniert hatte, habe ich sie entgegen meiner Befürchtung sofort erkannt. Ich hatte keine Gastgeschwister, woran ich mich anfangs erstmal gewöhnen musste, dafür brachte Coco, ein erst sechs Monate alter Hund, Bewegung ins Haus. Zwei Tage später war mein erster Schultag. In den ersten beiden Stunden wurde uns Internationals das Schulgebäude gezeigt und wir konnten unsere Stundenpläne zusammenstellen. Ab der dritten Stunde gingen wir dann ganz normal in den Unterricht, hatten aber im Laufe der Woche noch die Möglichkeit Kurse zu wechseln.

Regelmäßig wurden vom Schuldistrikt Ausflüge für uns Austauschschüler angeboten, wie beispielsweise Anfang Februar zum Festival du Voyageur. Auch wenn es an dem Tag -42 Grad hatte, hat es super viel Spaß gemacht und man hatte die Möglichkeit andere Internationals kennen zu lernen.

Im Laufe der nächsten Wochen habe ich mich gut eingelebt und erstmal den neuen Alltag genossen. Im April hatten wir eine Woche Ferien, die ich beim Onkel meiner Gastmutter verbrachte, da meine Gasteltern eine Kreuzfahrt gemacht haben. In den zehn Tagen dort habe ich gemeinsam mit einer Japanerin, die als Austauschschülerin bei seiner Familie lebte, und zwei ehemaligen Austauschschülern der Familie, die zu Besuch waren, sehr viel unternommen und zusammen Ostereier gesucht, bevor einige Tage später die Schule wieder losging. Nachdem im März die Temperaturen erstmals über Null stiegen, war es nach den Ferien endlich warm genug, um Sportarten im Freien zu betreiben. Beim Leichtathletik- und Fußballtraining habe ich viele neue Freunde gefunden und sehr viel Spaß gehabt. Obwohl das eigentlich die einzigen Ferien waren, wurde ich einige Wochen später nochmal für eine Woche vom Unterricht befreit, da meine Mutter mit meinen beiden jüngeren Geschwistern nach Kanada kam. Getroffen haben wir uns in Calgary und sind dann mit dem Auto nach Banff und Jasper in die Nationalparks gefahren. Dort konnten wir die Tiere und die Landschaft, für die Kanada so bekannt ist, aus der Nähe sehen, bevor wir anschließend noch nach Vancouver gefahren sind. Von dort aus ging es dann wieder zurück nach Winnipeg und zu einem Ausflug, der wahrscheinlich der Schönste meiner Zeit in Kanada war.

Am Victoria Day haben wir meine beste Freundin Julia morgens abgeholt und sind dann zum Winnipeg Beach gefahren. Er liegt am Lake Winnipeg. Da dieser jedoch so groß ist, gibt er einem das Gefühl am Meer zu sein. Es war zwar nicht warm genug, um mehr als knöcheltief ins Wasser zu gehen, aber dafür hatten wir den Strand auch fast für uns alleine. Der Tag mit Julia und meiner Familie am Strand war definitiv einer der schönsten und Winnipeg Beach steht fest auf meiner Liste von Orten, die ich noch einmal besuchen möchte.

Kurz nachdem meine Familie wieder abgereist war, war das Schuljahr auch schon fast zu Ende und es folgten die Prüfungen. Alle Prüfungen, die nicht in der Unterrichtszeit geschrieben wurden, fanden in den an das Schuljahr angrenzenden zwei Wochen statt. Da das bei mir nur Prüfungen in Mathe und Kochen waren, waren die letzten zwei Wochen für mich fast wie Ferien und ich hatte noch einmal viel Zeit, mich vor meiner Heimreise mit all‘ meinen neuen Freunden zu treffen.

Mittlerweile kann ich kaum glauben, dass mein Hinflug schon über ein Jahr zurückliegt. Ich habe in Kanada so viele tolle Erlebnisse gehabt und gute Freunde gefunden – Internationals, aber natürlich auch Kanadier, mit denen ich teilweise noch täglich in Kontakt stehe und, die ich auch so bald wie möglich dort besuchen möchte.

Ansprechpartnerin Kanada

Gaby Kühn

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