Rebecca, Avondale College, Nordinsel, Neuseeland, Juli-Oktober 2011

Wenn ich an meine Zeit in Neuseeland denke, dann denke ich an „Aroha“ und „Kia Kaha“. Für mich bedeuten diese zwei Ausdrücke auf Maori, der Ureinwohnersprache Neuseelands, heute mehr als nur „Liebe“ und“ sei stark“. Mir gab sie meine Gastmutter auf die Heimreise und damit für mein Leben mit. Es sind Bedeutungen und Erfahrungen, die nun mein Leben prägen. Mit dem Gedanken, Augenblicke und Lebenswerte mit Eintritt meiner Rückkehr und der Zeit danach wieder zu verlieren und zu vergessen, lag ich falsch. Tagtäglich erinnere ich mich an Momente aus Neuseeland, an die, die mich geschwächt und an die, die mich gestärkt haben. Heute machen sie an meiner Person eine ganze Menge aus!
Es war der 25. Juli 2011. Ich war so ungeduldig wie noch nie, ich wollte einfach nur noch weg, weg in die Ferne, hinein ins Ungewisse. Erst kurz vor der herzzerreißenden Trennung von meiner Familie überkam mich die Angst, all das nicht alleine zu schaffen. Mir wurde klar, dass ich nach der Passkontrolle niemanden mehr neben mir haben würde, der mir den Weg zeigte. Aber genau das wollte ich doch. Ja, ich wollte allein weg. Nach Neuseeland!
Und tatsächlich, nach dem emotionalen Moment am Flughafen ging ich um die Ecke, Tränen liefen mir noch die Wangen hinunter, ich drehte mich nicht mehr um, spürte, wie ich von Schritt zu Schritt mehr Verantwortung übernahm, mich sicherer fühlte und wieder zu lächeln begann. Es gab nun nur noch mein restliches Gepäck, mich und mein Herz, das einerseits schmerzte, weil ich von meinen Liebsten getrennt war, doch andererseits vor Aufregung und Neugier anfing immer schneller zu schlagen.
Allein diese Minuten waren bereits eine außerordentlich prägende Erfahrung.

Die lange Fahrt war wirklich das schlimmste meines ganzen Abenteuers. Auf dem Hinweg quälten mich Kummer und Sorgen, sowie Vorfreude und Nervosität. Die Rückkehr brachte Tränen und Sehnsucht, Herzschmerz und Erleichterung. Die eigentliche Freude und Dankbarkeit für meine unvergessliche Reise kam erst viel später und auch die Erkenntnis, etwas Wichtiges mitgenommen zu haben, erreichte mich erst knapp vier Wochen nach meiner Rückkehr in die Heimat.
Vor dem Startschuss im Juli war ich froh um jeden einzelnen Erfahrungsbericht, den ich gelesen oder erzählt bekommen habe. Mich plagten Fragen, hohe Erwartungen, die ich versuchte zurückzuschrauben, Unsicherheit. Diese Gedanken und Gefühle, die einem auf der Seele liegen, sind keinesfalls Gründe zurückzuschrecken und das Abenteuer ungelebt zu lassen.
Nun bin ich diejenige, die einen Bericht schreibt, anderen die Angst und die letzten Zweifel versucht zu nehmen. Und genau deswegen schreibe ich über meine Gedanken, meine Gefühle, meine Empfindungen und über die Phasen, die ich auf meinem Weg durchlaufen habe.
Man ist nie allein, auch wenn man sich ab und zu allein fühlt.

Man kann die einzelnen Momente ausgiebiger genießen, wenn man sich drauf einlässt.
Man spürt die Kultur in vollen Zügen, wenn man sich Zeit lässt. Und das gilt wahrscheinlich für jegliche Art von Erlebnis. Es kann nicht alles auf einmal kommen, von Anfang an funktionieren, immer nur gut laufen. Rückschläge sind einzustecken.
Doch was auch immer passiert, ich bin ganz scher, dass egal was genau man in Neuseeland erlebt, all die Tiefen aufheben wird. Man wird das Erlebnis „Gastfreundschaft“, „Geborgenheit“, „Freude“, „Gelassenheit“, “Faszination“ und „Schönheit“ nicht mehr loslassen und vergessen wollen.
Das, was da auf einen wartet, an welchem  Ort auch immer, ist etwas Unbeschreibliches, so blöd es klingen mag, denn niemals wird eine Entdeckung eines Landes für zwei Menschen dieselbe sein. Und genau aus diesem Grund ist es sehr wichtig, aber leider sehr schwer seine Erwartungen, die nun mal jeder hat und auch nicht vermeiden kann, nicht zu hoch zu setzen.

Schon bei der Vorbereitung, beim Aussuchen der Schule, der Stadt verlässt man sich am besten auf sein Bauchgefühl. Ich persönlich hatte bei meiner Wahl, was die Schule anging, keinerlei Bedenken, im Nachhinein wäre ich jedoch lieber auf eine etwas kleinere Schule gegangen. Doch diese „Fehlentscheidung“, die eigentlich gar keine war, hat mir nicht geschadet. Wie soll man auch bei der Wahl für etwas, das rund 18000 km weit weg liegt, voll ins Schwarze treffen? Also bloß keine Sorge. Und ebenso was das sprachliche Verständnis angeht braucht man keine Bedenken haben. Man wird so herzlich empfangen, dass Hemmungen schnell verschwinden und einem die Angst, etwas Falsches zu sagen oder nachzufragen, genommen wird.
Eine große Hilfe war der Spruch, den ich vom Vorbereitungsseminar mitgenommen hatte  „It´s not better, it´s not worse, it´s just different“. Ja, genau diese Worte haben mir von Tag zu Tag geholfen den Kulturschock zu überwinden und mich auf das Neue, Ungewohnte einzulassen. Ich habe meinen Aufenthalt, auch wenn drei Monate keine allzu lange Zeit ist, bis auf die letzte Sekunde genossen und werde für immer dankbar dafür sein.

Neuseeland – das schönste Ende der Welt? Ein Land voller Abenteuer? Natur Pur?
Wie wist du es sehen?
Trau dich und mache auch du DEINE Reise.
..sweet as, bro..

Rebecca
Neuseeland Juli-Oktober 2011, Auckland –Avondale College-

Ansprechpartnerin Neuseeland

Gaby Kühn

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